Dienstag, 29. Oktober 2013

Im südlichen Teil Australiens


Der Abhol-Shuttle klappt und Qantas bringt uns in 2 ½ Stunden nach Adelaide. Wir stellen die Uhr  schon wieder mal nur ½ Stunde, und zwar zurück. Die Australier haben schon komische Sitten. Gestern 30°, heute gefühlte 12°. Brrr! Unser Hotel überrascht uns mit einem Apartment von ca. 75 qm. Zwei Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Eßtisch, Küchenzeile mit Kühl- und Eisschrank, Waschmaschine und Trockner, Balkon und Bad. Wow! Keine Ahnung, wie das zustande gekommen ist, aber es ist super!
 


Ein kostenloser Shuttlebus bringt uns einmal durch die nicht besonders sehenswerte Innenstadt. Aber es gibt Flanierstraßen mit großen Einkaufsmalls und interessanten Geschäften.

Heute nur „Window-Shopping“ und „Schorle-Stopp“ in einem gut besuchten Pub in der Einkaufsstraße. Wir stellen immer wieder fest, daß der Anteil der jungen Leute in Australien besonders hoch ist. Liegt vielleicht auch an den vielen Backpackern, die für die Wirtschaft einen enormen Wert haben müssen. Nicht umsonst gibt es diese Unmengen an Backpacker-Hostels und alle jungen Leute, die wir angesprochen haben in TouristInfos, in Kneipen, in Hotels, hatten ihr Visum für 1 Jahr und finanzierten dieses Jahr durch Jobs. Wobei uns im Backpacker-Hotel in  Brisbane ein junger Bremer Student erzählte, daß auf gute Jobs immer an die 70 Bewerber kommen. Von Aboriginies ist übrigens weder in Sydney noch hier in Adelaide viel zu sehen. Morgen verbringen wir den Tag noch hier in Adelaide, dann geht es wieder per Flieger nach Norden in die alte Opalminen-Stadt Coober Pedy, na ja, den 3500 Seelen-Ort Coober Pedy,  wo wir in einem originalen Opalminen- Schacht unter der Erde nächtigen werden. Bei ca. 35°C sicher keine schlechte Idee, dort sollen nämlich das ganze Jahr über und 24 Stunden am Tag  ca. 21°C herrschen, auch wenn es nachts draußen auf 10°C abkühlen kann.

Der Tag in Adelaide ist pure Erholung! Die Sonne hat sich durchgesetzt und wir können unsere Winterjacken wieder einpacken. Ein Spaziergang zum großen „Market“, wo das Angebot an Fleisch, Gemüse, Käse und Obst, aber auch an chinesischem Krimskrams riesig ist, der Besuch der „Library“, um mal in Ruhe im kostenfreien Internet zu surfen und die „Hamburger Morgenpost“ zu lesen, Bummeln durch die großen Malls von „David Jones“, „Rumble Mall“ und „Adelaide Arcade“ und die  Füße ausruhen im „Austral-Pub“ bei einer Weinschorle, auch so einen Tag gibt es in unserem   „Australien-Programm“.
 

Abends packen wir unsere Rucksäcke für Coober Pedy. Bei der “Regional Express Airlines“ dürfen wir nur 15 kg Gepäck mitnehmen. Unser großes Gepäck wird hier im Hotel „Oaks Embassy“ bis zu unserer Rückkehr in zwei Tagen gut aufbewahrt.

Nachdem wir gestern im Hotel ein 20AUD-Buffet-Frühstück genossen haben, das keine 10AUD wert war, haben wir uns im Supermarkt Camembert und Cräcker besorgt und frühstücken in unserem Apartment. Tee und Kaffee gibt es ja sogar in den billigsten Absteigen gratis und wir haben on top die australische Form von Frühstücks-TV. Dann geht’s nur mit Rucksack und großer Umhängetasche zum Domestic Airport. Blauer Himmel und angenehme 24°C. Um  9.20 Uhr hebt die Saab 340 twin turbo-prop der REX-Airlines mit uns und ca. 20 weiteren Passagieren ab. Nach Touristen – wie uns – sieht eigentlich niemand von ihnen aus. Die einzige Stewardess ist multi-purpose-crew, für alles zuständig, außer für’s Fliegen, da sehen wir auch nur einen Uniformierten einsteigen – mit 3 Streifen auf der Schulter. Vielleicht saß der mit den 4 Streifen schon vorher drin. Jenny erklärt der Person hinter uns, die am Notausgang sitzt, ihre Aufgaben im Notfall und uns das richtige Anlegen der Schwimmweste, obgleich zwischen Adelaide und Coober Pedy keine Wassernotlandung zu befürchten ist. Nur rotes, karges Land mit ausgetrockneten Salzseen. Nach 2 Stunden empfängt uns Coober Pedy mit Saunatemperaturen, aber das kennen wir ja inzwischen und stecken unsere Fleecejacken in den Rucksack.
 

Taxis vor der Tür? Fehlanzeige! Eine mitleidige Seele, die eine junge Frau namens Ayla abholt, fragt nach unserem Ziel. „Das Desert Cave Hotel? Das hat einen eigenen Airport-Shuttle!“ „Ach, das wußten wir nicht!“ Na, kein Problem, da nimmt uns Sandy, so heißt die nette Dame, doch in ihrem Red-Cross-Dienstlandrover mit. Schade, daß wir nicht bis zum Wochenende dableiben, meint sie, da gibt’s ein Event vom Roten Kreuz mit freier Bewirtung und deutschem Open-Air-Kinofilm. Ja, schade! Aber unser Rückflug steht.  Unser Hotelzimmer ist angenehm temperiert, liegt ja auch „underground“ in einer alten Opalmine. 
 
 
 
Underground wohnen inzwischen ca. 80% der hiesigen Bevölkerung und sparen so an die 90 % der Energiekosten für Aircondition und Heizung. 
 
Nach kurzem Umpacken geht es schon auf den ersten Ausflug mit „Gunter“! Hört sich so Deutsch an! Ja, sagt er, Euer Englisch auch. Er lebt schon seit 1969 in diesem gottverlassenen Ort, der allerdings für uns in den zwei Tagen Eindrücke der besonderen Art bereithält. Heute besuchen wir die „Underground Serbisch Orthodoxe Kirche“ und eine alte Opalmine mit integrierter „Höhlenwohnung“. 
 
 
 
Hier bekommen wir einen umfassenden Vortrag über die Beschaffenheit von Opalen und die verschiedenen Methoden ihrer Gewinnung. Dann geht’s mit Höllengeschwindigkeit über Schotterpisten und quer durch die unwirkliche „Mondlandschaft“. Wir sind alle – und das sind außer uns noch zwei weitere deutsche, zwei holländische und  zwei englische Paare – überwältigt.
 
 
Die wirklichen und künstlichen Kegel, Hügel und Krater in unterschiedlichsten Farben von gipsweiß bis ockerbraun, flaches, kahles, unbesiedeltes Land bis zum Horizont, der längste Zaun der Welt durch 3 australische Bundesländer mit mehr als 5000 km Länge, der die Dingos von den Schaffarmen im Süden fernhalten soll, wobei der Stuart Highway von Darwin bis Adelaide ein einladendes Loch hineinschneidet und ein Golfplatz mit blauen Flaggen und einem Schild, „Betreten des Grüns verboten“ auf staubigem Grund, aus dem kein Grashalm sprießt! Wir können nur staunen.
 

 






 


 

Unser zweiter Ausflug am nächsten Morgen ist eine Exklusivtour in deutscher Sprache, nur wir und wieder Gunter! Keine weiteren Anmeldungen, sagt er, 60 % weniger Gäste als sonst um diese Zeit. Na, uns ist es recht, es fragt sich in der Muttersprache doch leichter und auch das schwäbische Deutsch von Gunter ist für uns verständlicher als sein Aussie-Englisch. Wieder fahren wir Richtung „Mond-Landschaft“ an den in die Sandsteinhügel gebauten Wohnungen vorbei, hinter deren Eingangsveranda sich schon mal 140 qm Wohnfläche im Hügelinneren verbergen können bis zu der gestrigen Mine, wo wir einen super gemachten Film über die vor 120 Millionen Jahren begonnene Entstehung der Opale aus Sand und Wasser und den Beginn des Abbaus ab spätem 19. Jahrhundert ansehen, als es die „Glücksritter“ aus aller Welt in diese unwirtliche Gegend zog. „Kupa Piti“ nannten es die Aboriginies dieser Gegend, aus dem dann Coober Pedy wurde. Die Opalsucher schlugen nämlich Löcher in die Felsen, um sich auch nachts gegen Hitze oder Kälte oder Unwetter zu schützen,  was den Ureinwohnern wohl sehr merkwürdig vorkam. „Kupa Piti“ heißt sinngemäß übersetzt „weißer Mann im Loch“! Unser Gunter, der im „ersten Leben“ mal als Fotograf gearbeitet hat, 1969 dadurch nach Australien verschlagen wurde und wohl auch vom „Opal-Rausch“ erfaßt wurde, hat dann selbst Opale geschürft, verarbeitet, verkauft in Europa, noch Goldschmied „gelernt“ und fährt jetzt 70jährig Touristen durch seine „Minen-Welt“, weil ihm sein Arzt nach einem „Rückgrat-Bruch“ 2004 von weiterer Minen-Arbeit dringend abgeraten hat. Reichtum scheinen ihm also die Opale nicht beschert zu haben. Wir machen auch den amerikanischen Opalhändler, den es schon 1972 hierher verschlagen hat und der hier in der alten Mine seinen Opalschmuck an den Mann bzw. die Frau bringen möchte, nicht reicher, obwohl er sich alle Mühe gibt und mit Kennerblick auf meine schlichten Silberringe einen der wenigen Opalringe herausfischt, der zwei in Silber eingefaßte hübsche blauschimmernde Steine trägt. Bei Kirsten hat er natürlich schon gar keine Chance. Die beiden mit den Opalen so verwachsenen Männer können das überhaupt nicht verstehen: „Der schönste Stein der Welt“! Ein bißchen packt mich das „Opal-Fieber“ dann doch noch, als wir mit Gunter zu den verlassenen Feldern einer Opalmine kommen, in denen wir selbst „noodlen“ können, d.h. die Sandhügel nach übersehenen Opalen durchzu„nudeln“, die Kinder machen das mit den Fingern, ich bekomme eine Schaufel.
 
 
 
Kirsten zieht sich mit Magenbeschwerden ins Auto zurück, die sie seit gestern nach „Spaghetti Marinara“ plagen. Ein paar kleine Splitter lassen sich wahrhaftig finden, die meisten natürlich von Gunter. Ich finde nur zwei wunderbare „Bergkristalle“, die Gunter dann leider als „Gipssteine“ abtut, die sich in Wasser auflösen und höchstens in der Herstellung von Gips-Binden Verwendung finden könnten. Nach einer rasanten Slalom-Fahrt durch die „kegelhügeligen“ und durchlöcherten Minenfelder hat Kirsten sich soweit erholt, daß wir noch einen Minenschacht durchwandern können, mit Bergmanns-Helm für’s Foto, und sehen, mit welchen Methoden, z.B. mit Sprengstoff und besonderen Maschinen, die Schächte entstanden sind.
 
 
 

 
Aussteigen zum Fotografieren darf man seit dem Sturz einer korpulenten französischen Fotografin in so ein 30m tiefes Bohrloch vor einigen Jahren auf den Minenfeldern nicht mehr. Die Dame hatte dank ihres Umfangs, der ungefähr dem Durchmesser des Bohrlochs entsprach, den Sturz mit nur Bein- und Beckenbruch und Hautabschürfungen überlebt, weil die Geschwindigkeit des Absturzes durch Kontakt mit den Wänden immer wieder abgebremst wurde.
 

Danach geht’s in unsere „Underground“-Herberge zurück. Als wir an einer Schule vorbeikommen und uns nach der Anzahl der dort unterrichteten Kinder erkundigen, staunen wir nochmal. 350 Kinder gehen dorthin bis zur Hochschulreife, also 12 Jahre lang. Nach einem kleinen Imbiß zur Stärkung darf Kirsten sich in der Koje erholen und ich gehe mit meinem PC an die Oberfläche in Sonne. Die hat sich nämlich heute erst sehr spät durchgesetzt. Bis dahin war es für diese Gegend und Jahreszeit „viel zu kalt“ und die Fleecejacke kam wieder zum Einsatz. Morgen geht’s zurück in den „Großstadtdschungel“ Adelaides.

Fast hätten wir das erste Mal auf unserer Reise verschlafen. Um 10.15 Uhr sollten wir in der Rezeption auf unseren Shuttle-Bus warten, um  9.15 Uhr schauen wir in unserem stockfinsteren Verlies das erste Mal auf die Uhr. Duschen fällt aus und Frühstück besteht aus einer Tasse Tee und einem Biscuit aus der Grundausstattung  des Hotelzimmers. Sogar für’s „Frühstücksfernsehen“ bleibt noch etwas Zeit. Das Wetter wird schlechter leider für die kommenden Tage und unsere Route. Aber Adelaide empfängt uns mit Sonne und 25°. Unser altes und neues Hotel „Oak Embassy“ teilt uns das Apartment 1313 im 13. Stock zu – und das am Freitag! Gottseidank nicht am 13. sondern am 18. und – ich sagte es schon – wir sind ja überhaupt nicht abergläubisch. Das könnte uns in den  USA nicht passieren, die haben oder hatten jedenfalls in den Hotels weder eine Etage noch ein Zimmer mit der Nummer 13! Den Rest des Tages verbringen wir in der Library und dem Internet, einem Stadtbummel mit Schorle in einem der Straßencafés und: Wäsche waschen! Dringend nötig und hier ist es so bequem in unserem Apartment. Alles vorhanden: Waschmaschine und -pulver, Trockner, Bügeleisen und –brett. Super. Super ist auch der Blick von unserem Balkon über die Dächer von Adelaide bis zum Pazifik. Morgen fahren wir mit der Tram zum Hafen. Da soll zum Wochenende „der Bär steppen“ und da wollen wir mitsteppen.

Die Tram fährt nur bis Bowden und das ist vielleicht ein Viertel der Strecke bis zum Hafen. Aber die Australier sind ja sehr hilfsbereit und wir werden dort auf den richtigen Weg zur Eisenbahn gebracht, denn die fährt bis Port Adelaide und noch viel weiter.


Der „Bär“ steppt dann für unseren Geschmack  ziemlich provinziell und uns reicht ein kurzer Rundgang über die Festival-Meile. Das, was uns von einigen Künstlern gut gefällt, wie Quilts oder geschmiedete Fische oder auch Aboriginie-Kunst, können wir sowieso nicht mitnehmen. Unser Gepäck ist auch so schon schwer genug. Also, wir haben eine Tageskarte für Adelaide und „umzu“ und nehmen den Bus zurück in die Stadt. Das Wetter ist so herrlich, daß wir es für den Rest des Tages auf einem Stadtbummel genießen und noch einen Happen  im Pancake-House in der Hindley-Street essen, dem Rotlichtviertel der Stadt. Um diese Zeit kann man sich dort noch gefahrlos aufhalten, zumal es dort eine australische „Davidswache“ gibt und die Polizei sehr präsent ist. Heute Abend heißt es wieder die Rucksäcke packen für einen zweitägigen Ausflug nach Kangaroo-Island. Leider soll es kälter und regnerisch werden, aber „es ist wie es ist“!  Morgen früh um kurz nach 6 Uhr werden wir vom Hotel abgeholt. Die Reisetaschen bleiben wieder hier im Hotel-Store und warten auf unsere Rückkehr am späten Montagabend. Ab Dienstag geht die Reise mit einem Auto von AVIS weiter, deren Agentur nur ein paar Meter weiter hier an der North Terrace liegt.

Wir haben für alle Wetterfälle vorgesorgt, aber trotz der frühen Stunde kann ich meine Jacke im Rucksack lassen. Der Bus des Veranstalters SEALINK ist schon ganz gut besetzt und, nachdem im Busdepot unser Fahrer dringend auf einen etwa nötigen Klogang hingewiesen hat: „das ist jetzt die letzte Möglichkeit für die nächsten 1 ½ Stunden“!, dem die halbe Busbesatzung auch vorsichtshalber brav gefolgt ist, geht es auf nach Kangaroo  Island, der nach Tasmanien und Frazer Island drittgrößten Insel Australiens. Nach einer kurzen Nacht, haben wir zwar damit zu kämpfen, unsere Augen offen zu halten, aber die Landschaft läßt ein Verschlafen einfach nicht zu. Es ist ein ganz anderes Australien: Weinberge, Olivenhaine, satte Wiesen, auf denen Schafe, Pferde, Känguruhs, Schwarzbunte Holsteiner und Angeliter Rinder (jedenfalls sehen sie so aus) und sogar Alpacas weiden, grüne  Wälder, weite Täler und sanfte runde Bergkuppen und ein prachtvoll leuchtendes Bougainvillafeld. Man kann sich gar nicht sattsehen und die Straßenränder sind  wie gefegt – keine Müllentsorgung, höchstens mal eine verlorene Radkappe. Am Cape Jervis steigen wir auf eine Fähre der SEALINK, die uns in einer Dreiviertelstunde nach Penneshaw auf die Insel bringt. Kangaroo Island, von den Bewohnern kurz „KI“ genannt, hat 4.400 Einwohner, die Hauptstadt mit 1700 Einwohnern heißt Kingscote, ist 155 km lang und 55 km breit. Dort werden wir nicht nur von unserem nächsten Fahrer und Guide Les begrüßt, sondern auch von einem Heer lästiger Fliegen! Na, zur Not hat Kirsten gottseidank an unsere Mückennetze gedacht. Unser „Les“ ist ein lustiger Typ, als ich mit einer Handbewegung die Fliegen von meinem Kopf wedele, meint er, ja, das ist „australian salut“, so „salutieren die Australier“! Unsere Zweitagestour-Truppe ist überschaubar. 15 nette Leute aus Kanada, Amerika, Australien und – good old Germany, uns! Les chauffiert uns als erstes zu Cliffords Honig Farm, vorbei an vielen Radfahrern und etlichen toten Kängaruhs (er nennt sie sleeping kangaroos at the road). Von dem Betreiber bekommen wir einen umfassenden Einblick in die Arbeit eines Ligurian Bee Farmers. Allein eines seiner 200 Bienenvölker produziert in zwei Monaten, die er sie an einem Ort sammeln läßt, 30 kg Honig und eine Bienenkönigin legt in einem durchschnittlichen Leben ca. 1.000.000 Eier. Diese Bienensorte gibt es nur noch hier, nicht einmal mehr in ihrem Ursprungsland Italien. Es gibt außer Honig noch zahlreiche andere Produkte, die die Familie Clifford herstellt. Wir können alles probieren und ich entscheide mich für einen Lippenbalsam mit Honigwachs. Fühlt sich zumindest gut an. Weiter geht es an einer Hühnerfarm vorbei, in der sich 50.000 glückliche freilaufende Hennen ihres Lebens freuen, das von zwei mit ihnen aufgewachsenen Hunden gegen Feinde jeder Art beschützt wird. Finden wir ja rührend. In Vivonnes Bay Bistro gibt es ein sehr leckeres Mittagessen, was wir nach unseren Erfahrungen wirklich erwähnenswert finden und dann steht der Besuch der Seal Bay auf unserem Programm, wo sich am Strand die drittgrößte Kolonie der australischen Seelöwen tummelt.




Ein Ranger weist uns ein, wie wir uns zu verhalten haben, da die „Bullen“ sich schon mal leicht gereizt auf uns stürzen könnten, wenn sie ihre Damen und Kinder bedroht sehen. Also immer fein Abstand halten und auf dem Weg zum Strand auf dem Weg bleiben, denn da sind Tigerschlangen beobachtet worden, mit denen wir nun wirklich keine Bekanntschaft machen wollen.
 


Die Seelöwen benehmen sich dann gottseidank so, als wären wir Luft und wir machen jede Menge ganz tolle Fotos.

So langsam machen wir uns Sorgen um die Kapazität unserer Fotospeicher, denn beim nächsten Stopp führen uns Krystle  und Dave (der  Bruder des von einem Rochen erstochenen Steve Irvin)  ihre Greifvögel vor, Eulen , Falken und einen Adler, zwei pfiffige Verwandte der Kingfischer, bluewinged Kookaburras,  alle zum Anfassen, wobei besonders die Kinder einen Riesenspaß haben.
 






Meine Freude  wird allerdings ziemlich getrübt: zum ersten Mal in diesen 5 Wochen Australien überfallen mich die Mücken, und zwar der übelsten Sorte. Sie stechen sogar durch Socken und T-Shirts, jedenfalls mich, auch wenn Kirsten mich in beide Mückennetze einwickelt und ich pausenlos die übrigen nackten Stellen an den Armen beobachte. Und das „Azaron“ liegt im Koffer in Adelaide! Der absolute Höhepunkt ist dann die Fütterung der Pelikane in Kingscote, der Hauptstadt von Kangaroo-Island. Mindestens 20 dieser witzigen Vögel plus etliche Lachmöwen konkurrieren um die Fische, die ein Ranger bei seinem interessanten Vortrag vor dem begeisterten Publikum verteilt. Das können wirklich nur Fotos vermitteln, die reichlich geschossen werden.
 





Danach sind wir aber wirklich fix und foxi, gönnen uns nur noch ein kleines Abendbrot und ein paar Schorle im „Queenscliff“ und fallen dann geschafft im „Seaside Inn“ in unser bequemes „Queensizebed“. Bequem allerdings erst, nachdem wir die unter die Matratze gestopfte Decke herausgezerrt und das Überschlaglaken mit mitgebrachten Sicherheitsnadeln fixiert haben. Heute war der Wettergott uns noch hold, der Himmel heute Abend verheißt allerdings nichts Gutes.

Und am Morgen prasselt der Regen aufs Dach! Der ebbt zwar nach dem Frühstück wieder ab, aber es bleibt grau und wolkenverhangen. Unser neuer Guide heißt Caleen oder so ähnlich und ist genauso ein Scherzbold wie Les. Doch es gibt einen Unterschied, er spricht langsam und laut und deutlich, wahrscheinlich weil er einen englischen Vater hat. Der erste Stopp ist bei der „Emu Ridge Eucalyptus Oil Distillery“.

 
Das Wappentier erwartet uns in einem Gehege gleich am Eingang, da sein Körnerfutter direkt am Zaun platziert wurde. Der einzige Emu ist weiblich und die Witwe eines ehemals zweiten Emus. Ihren Gatten, der auch ihr Vater war, hat sie eigenfüßig um die Ecke gebracht. Beruhigend, daß sie und uns der hohe Maschendrahtzaun trennt! Das hier hergestellte  Eukalyptus-Öl ist sehr vielseitig einsetzbar, so ziemlich gegen und für alles, unter anderem auch gegen den Juckreiz bei Mückenstichen. Na, das ist doch was für mich, das probiere ich ja gleich mal aus beim Test-Fläschchen. Kaufen tun wir dann aber doch nur einen Magneten für meine Wand. Kirsten meint, meine Bleche dafür müßten demnächst wohl erweitert werden. Ich fürchte auch! Die Koalas fressen übrigens die Eukalyptus-Bäume für die Ölgewinnung nicht kahl, weil die Bäume klein gehalten werden und die Äste unter den Koalas zusammenbrachen, die sich auf ein leckeres Mahl gefreut hatten. So sind sie dann in wirtlichere Gegenden weitergezogen.
 

Unser „Cal“ hat noch viele Geschichten parat. Z.B. eine Frage aus dem Fragebogen für Anwärter auf die australische Staatsbürgerschaft: Was hat Australien mit seinen Känguruhs und Emus gemeinsam? Alle können nur vorwärts gehen, nicht rückwärts. Oder: Zelte nie unter einem australischen Gummibaum. Er wird auch Witwenmacher genannt, denn er wirft ohne Ankündigung oberschenkeldicke Äste ab! Das haben wir wirklich selbst mehrfach gesehen. Unser zweiter Anlaufpunkt ist der Parndana Wildlife Park. Hier verteilt „Cal“ seine vorsorglich mitgebrachten Regencapes „One Size fits all“, es hat Landregen eingesetzt. Aber das Füttern der Kängurus macht trotzdem viel Spaß.




Die Koalas hatten sich auf Kangaroo-Island bis zu einem verheerenden Brand 2007 von 3 Dutzend vor vielen Jahren ausgesetzten auf 18.000 vermehrt, so daß die Eukalyptus-Blätter knapp wurden. Daraufhin gab die Regierung zur Sterilisation pro Koala 2500 AUD aus. Nach 2007 waren nur noch wenige übrig, aber inzwischen leben wieder ca. 8000 Tiere in den auch wieder aus der Asche auferstandenen Bäumen, obgleich es hier wie schon in Central Australien ein Problem mit den „Feral Cats“ gibt, den verwilderten Hauskatzen, die sich nicht nur zu der unglaublichen Zahl von geschätzten 50.000 Tieren vermehrt haben, sondern auch zu stattlicher Größe mutiert sind (28 Pfund war die bisher größte Katze, die gefangen wurde) und die einheimische Tierwelt bis zur Größe junger Wallabies dezimieren. Inzwischen dürfen sie bejagt werden und jede angeschaffte Hauskatze muß jetzt registriert und sterilisiert werden.  Im Bus trocknen unsere Hosen und Jacken und nach der Fahrt durch den riesigen Flinders Chase Nationalpark haben wir bei den „Remarkable Rocks“  wieder Glück, wir brauchen keine Unterwasserkamera. Beeindruckend, was Wasser und Wind da geschaffen haben,  die Kameras klicken.





Zu weit zum gähnenden Abgrund zu laufen, kann tödlich sein, warnen Cal und eine Tafel: vor Jahren wagte sich ein Tourist zu weit vor, stürzte ab, brach sich die Beine und mehr, überlebte aber schwerverletzt, zwei Kollegen aus der Gruppe wollten ihn retten, stürzten auch ab, wurden von einer Welle erfaßt und starben im Meer. Ne, wir sind vorsichtig! Wir fahren weiter zum Cape du Couedic Lighthouse, das wir leider nicht besteigen dürfen, was bei der schlechten Sicht aber sowieso egal ist.
 

Da bleibt mehr Zeit für die „Admirals Arch“, zu dem wir uns durch „Kuhsturm“ (ich muß Kirsten fast unter den Arm klemmen, sonst würde sie ins Meer geweht!) die Holzstiege zum Meer hinunterkämpfen. Aber das lohnt sich. Es ist ein Tummelplatz für eine Kolonie von Neuseeländischen Pelzrobben. Sie können ungestört in der Brandung schwimmen, sich auf den Felsen in der Sonne ausruhen (die hier sonst fast immer da ist) und ihren Kindern in einer natürlichen Lagune das Schwimmen beibringen, ohne daß ihnen die Haie dahin folgen können.



Cal sagt, wir haben Glück, daß wir den starken Südostwind haben: die Robben stinken! Immer noch verschont uns der Regen, aber als wir wieder im Bus sitzen und zur Hanson Bay Wildlife Sanctuary fahren, um in den Bäumen nach Koalas und am Boden nach Känguruhs und Wallabies zu suchen, ziehen nicht nur wir vor, im kleinen Café ein Video über „KI“ auf dem Monitor zu verfolgen. Es schüttet wie aus Mollen! Wir bedauern die vielen „pedal biker“, wie Cal die Fahrradfahrer nennt, die hier zahlreich auf den Straßen unterwegs sind und sind froh, daß wir trocken zurück zur Fähre nach Penneshaw kommen. 45 Minuten Überfahrt bis Port Jervis und 1 ½ Stunden Busfahrt zurück zu unserem „The Oak Embassy“. Wir freuen uns auf unsere Koje. Etwa 1000 km haben wir in den 2 Tagen mit Bus und Fähre zurückgelegt. Ab Morgen geht’s weiter mit einem AVIS-Auto, aber erst mal ausschlafen!

Ab jetzt lassen wir es langsam angehen, action war gestern. Bevor wir uns unsern kleinen Toyota Yaris bei AVIS abholen, wird gemütlich gefrühstückt und den Leuten zugeschaut, die mit „iPod“ in der linken und „Coffee to go“ in der rechten Hand zur Arbeit gehen. Irgendwann wird den Menschen ein dritter Arm wachsen müssen! Wir folgen den Anweisungen unserer GPS-Dame und fahren über Hahndorf (benannt nach einem Kapitän namens Dirk Hahn, der 1838 mit seinem Schiff „Zebra 187“ deutsche Auswanderer nach Australien brachte) nach Victor Harbour. Das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite ist immer noch ganz schön aufregend. Der Beifahrer muß bei jedem Abbiegen den Fahrer darauf hinweisen: „Links halten!“. Hahndorf hat ein „Hofbräuhaus“, eine deutsche „Bakery“, einen deutschen „Butcher“, beide mit Namen „Otto“ und einen Andenkenladen mit Kuckucksuhren, und, und, und.


Davon leben sie offenbar prächtig, denn die Bevölkerungszahl nimmt stetig zu durch die Anzahl der Touristen , nicht etwa nur aus Deutschland, nein, auch aus Japan, USA und selbst aus Australien, die ja oftmals auch deutsche Vorfahren irgendwo gefunden haben. Leider müssen wir immer wieder vor den Regenschauern in die Läden flüchten, aber in Victor Harbour klart es auf – bis zum nächsten Wolkenbruch. Wir wohnen in einem alten, wunderbaren Gasthaus namens „Anchorage“ von 1905 mit totalem „Meerblick“ auf der einen und Eisenbahnschienen auf der anderen Seite.


Die werden von der Dampflok aber nur in der Feriensaison genutzt. Herrlich, ein Zimmer mit Himmelbett ohne “Himmel“ und einem „Whirlpool“ im Bad. So was hatten wir noch nie. Sonst ist hier außer einer mit Pferden gezogenen Tram nicht viel los. Aber wir haben ein bißchen Zeit zu „verklötern“, bis wir auf unsere „Mississippi-Steamship“-Reise mit der „PS (paddle steamer) Murray- Princess“  auf den Murray-River gehen. Alles bestens!

Es ist saukalt, das hatten wir auch noch nicht. Kirsten macht den Heizstrahler an, bis es „geringfügig“ wärmer ist, vorher steigen wir nicht aus unserem warmen Himmelbett. Das Frühstück ist genauso wie in allen anderen Herbergen oder Cafés oder Bistros oder wo auch immer. Die können wir langsam nicht mehr sehen und so verweigern wir die Auswahl an „Brekkies“ mit Eiern (gekocht, gebraten, gerührt oder verloren), Bacon, Bohnen, Brownies und Toast und begnügen uns mit einem Croissant mit Butter und Marmelade. Danach machen wir uns warm eingepackt auf den Weg zum Informations-Center. Gegenüber vom Hotel ist die Senioren-Damenriege auf dem Bowlingfeld aktiv, auch warm eingepackt und für die Wartezeit wegen der Schauergefahr mit Schirmen ausgerüstet. Der nette Herr vom InfoCenter empfiehlt uns die von dem schottischen Kaltblut „Kanie“ gezogene Tram über einen Damm nach Granite Island und den Besuch der dortigen Pinguin-Pflegestation.
 

 
Beides macht großen Spaß, auch wenn wir vom Dach der Tram wegen eines Gusses von oben nach unten in den Waggon flüchten müssen. Die Pinguine sind köstlich, es sind die kleinsten  der Welt mit einem Gewicht von 1-1 ½ kg und 30 cm Größe. Bei der Fütterung durch ihre „Nanny“, die mit ihren Geschichten zu Sofie, Arnie, Charly und Naughty und den restlichen 6 viele Lacher erntet, wird es nicht langweilig und wir nehmen erst nach 2 ½ Stunden die Tram mit „Kanie“ zurück zum Festland.
 


Bis jetzt ist es wieder trocken geblieben und wir haben Spaß auf dem australischen Minigolf-Parcour. Die Punktezählung am Ende ergibt 51 : 51 für 17 Bahnen! Zweimal gezählt von Kirsten: Patt! Der Ort Victor Harbour entpuppt sich beim anschließenden Stadtbummel interessanter und größer als gestern angenommen. Wovon die Einwohner hier leben? Tourismus, Landwirtschaft und den Pensionen der großen Anzahl der Rentner, die hier ihren Altersruhesitz genommen haben. Wir nehmen vielleicht noch ein Bad im warmen Whirlpool vor dem Schlafengehen. Morgen geht‘s auf der linken Straßenseite mit unserem kleinen „Yaris“ weiter zum Murray River. Leider bleibt es kalt und regnerisch. Davon träumen sie in den „Blue Mountains“ in New South Wales, im Hinterland von Sydney, wo seit Wochen die Buschfeuer wüten. Die schlimmsten seit 1968. Die Nachrichten im Fernsehen bestehen fast nur aus schlimmen Bildern der Feuerwehr im Kampf gegen die Feuersbrunst.

Auschecken um 9 Uhr, Frühstück im Einkaufszentrum und auf geht’s an der Encounter Bay und der Horseshoe Bay vorbei nach „Murray Bridge“ in die „suite de luxe“ des „Balcony On Sixth Lodge“, weil es in Mannum am Murray River, wo unser paddle-steamer „Murray Princess“ ablegen soll, angeblich kein Hotel gibt. Was sich da so toll anhört ist dann eine mittlere Katastrophe. Die Absteige hat zwei unansehnliche Eingangs- bzw. Ausgangstüren. An der unansehnlichen Eingangstür hängt ein Zettel: Eingang an der Ausgangstür. Den Code dafür erfahren Sie „K. Hohlt“ über die Telefonnummer 088531141. Falls Sie kein Australien-Mobilphone haben, gibt es ein Local-Telefon in etwa 100 m, über das Sie mich erreichen können. Ihr Schlüssel steckt dann in Ihrem Hotelzimmer Nr. 12! Sehr einladend, der Laden. Wir erreichen dann über die TouristInfo, in der eine vor 60 Jahren ausgewanderte Deutsche nach zwei Versuchen die Person, die uns den Code übermittelt und der uns Einlaß in unsere „Suite“ verschafft. Kaum zu glauben, wer diesen Räumlichkeiten den Namen „Suite“ und dann auch noch „de luxe“ verpaßt hat. Wahrscheinlich der Typ, den wir dann nach unserem  Ausflug nach Mannum im Hotel antreffen und die Leviten lesen. Der allerdings glaubt, er hat alles richtig gemacht. Keine Lust zum Aufregen, wir trinken unsere Schorle im Hotel nebenan. Mannum hat wirklich kaum Übernachtungsmöglichkeiten. Nur seit neuestem ein Motel, was sich aber wohl noch nicht bis zur Hauptagentur der Murray-Cruises in Sydney herumgesprochen hatte und auch im Internet noch nicht präsent war. Na gut, wir übernachten also in unserer „Luxussuite“, essen beim Chinesen im „market place“ und freuen uns auf eine „relaxed“ Kreuzfahrt, die uns die Dame von „Captain Cook Cruises“ versprochen hat. „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“!!!

Der Chef ist die Freundlichkeit in Person am Morgen und trägt unsere schweren Taschen eigenhändig zum Auto. Wir suchen die Library im “market place“ auf und   können nach einigen Anfangsschwierigkeiten  und dem Verschleiß von 3 Angestellten wahrhaftig in unsere e-mails sehen. Dann machen wir uns wieder auf nach Mannum, wo wir um 2.30 Uhr auf der „Murray Princess“ einchecken können.


Wie gestern fahren wir vorbei an grasenden Pferden, Schafen und Rindern, an abgemähten Kornfeldern mit großen Strohrädern, riesigen Weinbergen und erfreuen uns an dem weiten, weiten Land mit grünen Tälern und bewaldeten Berghängen. Unser „paddlesteamer“ legt mit uns und weiteren 103 australischen Passagieren mit etwas Verspätung ab.
 

Aber das macht niemandem etwas aus. Der 1. Offizier macht uns mit den Sicherheitsvorschriften an Bord bekannt und will den Rauchern unter uns 105 Passagieren den einzigen Platz an Deck zeigen, wo geraucht werden darf. Es stellt sich heraus, fast jedes der 23 Crewmitglieder raucht, aber nicht ein einziger Passagier! Kaum zu glauben! Das Wetter ist super, die Landschaft, die an uns vorbeizieht auch. Wir haben eine Kabine direkt hinter dem Steuerhaus und die ist top eingerichtet.






 

 
 
 
 
Vor dem ausgezeichneten Dinner machen wir an der Bar schon mal Bekanntschaft mit einigen netten Australiern, bei denen es sich in Windeseile herumgesprochen hat, daß da zwei Deutsche mit an Bord sind. Und immer gibt es auch einen vor soundso vielen Jahren Ausgewanderten, diesmal eine Dame aus Fulda. Während des Abendessens haben wir angelegt, die Crew hat das Schiff in Mundarra an Bäumen vertäut und neben der Gangway ein Lagerfeuer angezündet. Dort finden sich auch noch einige Passagiere zum Klönschnack ein. Wir setzen uns noch ein bißchen in die Lounge, für mehr als 100 Passagiere etwas knapp bemessen, aber wir finden noch ein Plätzchen zum Schreiben (ich) und Lesen (Kirsten). Mal sehen, wie es sich an Bord schlafen läßt und was uns die nächsten Tage erwartet.
 


 
Eine sehr kalte Nacht liegt hinter uns, aber selbst schuld: keine von uns hatte Lust, die Klimaanlage zu inspizieren und dabei ohne die warme Bettdecke evtl. noch mehr zu frieren, ohne sie am Ende aktivieren zu können. Sie funktioniert tadellos, stellen wir am nächsten Tag zumindest für die vergangene Nacht zu spät fest. So freuen wir uns erst mal auf heißen Tee und Kaffee. Draußen an Deck ist es wunderbar. Blauer Himmel, strahlende Sonne und nur im Schatten ziemlich kühl. Für einige Meilen geht es weiter südlich bis nach Murray Bridge, wo es ein paar Sehenswürdigkeiten geben soll, die sich dann als nicht unbedingt sehenswert – zumindest nicht für uns – darstellen. Ein altes Roundhouse – inzwischen Museum mit gepflegtem englischen Garten -, allerdings nicht rund sondern quadratisch, erbaut vom Architekten der zweiten Attraktion, der Brücke über den Murray River im 19. Jahrhundert und der – wie bei uns – samstags stattfindende Wochenmarkt mit einheimischen Produkten und einem einheimischen Countrysänger, der seine CD auf dem „farmers market“ verkaufen will.


Aber die Fahrt auf dem Fluß ist toll, langsam und ruhig gleitet unsere „Prinzessin“ mit 5 kn durch milchiges Wasser an abwechslungsreicher Landschaft vorbei zurück nach Norden. Mal gelbe Steilküste, mal dichtes grünes Buschwerk und Schilfgürtel oder überschwemmte Wiesen, wo der Murray wie eine „Fluß-Autobahn“ wirkt, in der Mitte geteilt durch eine Reihe nackter Sträucher im Wasser oder schmale Landstreifen. Immer wieder liegen am Ufer auch kleine Feriensiedlungen und am Ufer vertäute Hausboote.
 


Im Sommer herrscht hier wohl mehr Verkehr,  aber jetzt begegnen wir nur wenigen Hausbooten, Kanufahrern, Jetski-Rasern und einigen Motor-Flitzern, an denen bis zu zwei Wasserskiläufer oder ein Gummireifen mit kreischenden Kindern hängen. Auf dem Wasser und in den Bäumen und Büschen am Ufer leben viele, viele Wasservögel, lang- und kurzbeinige, deren Namen ich nicht kenne oder vergessen habe, Reiher, Enten, Kormorane, Greifvögel und zahllose der witzigen Pelikane.


Es muß viel Fisch hier im Murray geben, der so viele Vögel ernähren kann.  
 

Kirsten nimmt nachmittags am „Captain‘s Talk“ teil, dabei kommen u.a. folgende Zahlen heraus:

Der Murray River ist mit 2530 km der längste Fluß Australiens, von den australischen Alpen in Queensland, durch New South Wales, Victoria und ACT (Australian Capital Territory) in den Southern Ocean. Die „Murray Princess ist 67,4m lang, 14m breit, hat 1,1m Tiefgang und 2 Hauptmaschinen mit 6 Zylindern, 2 Caterpillar für die Bug- und Heckstrahlruder. Das Schaufelrad ist 9m breit und 6m im Durchmesser. 

Nach einer Showeinlage der Crew mit „Waltzing Matilda“-Story und dem abendlichen leckeren Dinner (die Küche ist nach unseren bisherigen Erlebnissen ungewöhnlich gut), bei dem – wie schon gestern – ein Toast auf den 50. Hochzeitstag eines Paares ausgebracht wird (gestern waren es sogar zwei Paare, einmal 50 und einmal 60 Jahre verehelicht, wow!), gibt es abends die zweite Show der Crew, wohl sehr lustige Sketche, aber wir verstehen leider nur sehr wenige Gags.

„Walkers Flat“ ist der nördlichste Punkt unserer Reise, an dem unsere "Prinzessin" anlegt.



Für uns wenig spektakulär und wenig zu berichten. Wir machen einen Ausflug mit dem 2. Offizier, der uns die umliegende Natur mit englischem Humor näherbringt, und eine Flußfahrt an der 20 Millionen Jahre alten Steilküste entlang, für die wir auf ein kleineres wendigeres Motorboot umsteigen müssen.
 



Abends ist „Captains Dinner“, etwas, das mein Frank haßte, wie der Teufel das Weihwasser, aber unseren Offizieren hier offensichtlich gut gefällt. Wir brauchen zwar kein Foto mit dem Kapitän, worauf die anderen Passagiere großen Wert legen, aber genießen das wieder sehr gute Dinner.

Unser letzter Tag an Bord, der 28. Oktober, beginnt sehr früh, weil die Crew sämtliches Gepäck der Passagiere aus den Kabinen in den Salon bringen muß und wir um 9.30 Uhr nach einem deftigen Frühstück mit Eiern und Speck unsere schwimmende Unterkunft in Mannum verlassen müssen. Hier steigen wir auf unser rollendes Fortbewegungsmittel um. 5 Autostunden bis Portland an der „Bass Street“, der Meerenge zwischen dem Festland und Tasmanien, sagt unser Garmin GPS. Der    Highway 66 durchschneidet kilometerlange und –breite Weinfelder. Alles ist riesig in Australien, auch die wohlgenährten Schaf- und Rinderherden auf den Weiden links und rechts. Die Schafe sehen teils dreckig grau und teils weiß und sauber aus. Aha, die weißen sind schon nackig! Wir freuen uns über die vielen süßen Lämmchen, die sich ja leider nicht nur hier eines meist  kurzen Lebens erfreuen dürfen. Känguruhs sehen wir nur als Leichen am Straßenrand. Wir schließen daraus, es muß sie hier auch lebendig geben! Hoffentlich suchen sie sich stärkere „Gegner“ als uns aus, die mit den angeschweißten Gittern vor dem Kühlergrill, wenn sie die A 66 überqueren. Leider ist die Sicht heute durch den Regen sehr schlecht. Der Laster vor uns schmeißt eine Wasserwand nach der anderen vor uns hoch. Einen „grauen australischen Riesen“ kann ich dann noch durch Hupen aus dem Straßengraben in die Büsche vertreiben, gottseidank das einzige lebende Exemplar seiner Rasse, das wir zu sehen bekommen. Die Straßen sind grottenschlecht, wohl auch durch die vielen Trucks. Alle  paar Meter weisen Schilder am Straßenrand mit „rough surface“ darauf hin. Dann sind die für diese Zustände Verantwortlichen damit durch und der Autofahrer kann sehen, wie er um die Schlaglöcher rumkurvt. Wir kommen aber ohne Achsenbruch oder Beulen in Portland an und quartieren uns im „Quest“-Motel in der Julia-Street ein. Waschmaschine, Trockner, Küchenzeile, freies Internet, Frühstück und Pool (schade, daß es dafür 10 Grad zu kalt ist) und ein Kingsize-Bett zum Lang- und Querlegen. Nur müssen wir mal wieder die eingestopfte Decke herauszerren und mit Sicherheitsnadeln das Überschlaglaken feststecken, um uns darin wohlzufühlen.  Waschmaschine und Trockner rattern, während wir uns in dem absolut toten Küstenkaff nach einer Kneipe umsehen, in der man noch etwas zu Essen bekommt und eine Schorle trinken kann. Ein Thai, ein Chinese, ein Pizzaladen, ein Hotelrestaurant: Aus! Wir nehmen das Hotelrestaurant und sind ja nicht mehr sehr anspruchsvoll. Ganz ordentlich für australische Verhältnisse. Danach genießen wir den Luxus unseres Motels, d.h. erst, nachdem ich mich mit dem Logbuch und Kirsten sich mit der Bügelwäsche amüsiert hat. Morgen geht es weiter nach Westen und dem Ende unserer Australienreise entgegen.

Dienstag, der 29. Okt. 2013! Fast wären wir zu spät zu unserem kostenlosen Frühstück gekommen, das nur bis 9 Uhr bereit steht. 2 Minuten bevor die Dame das Schild von „Open“ auf „Closed“ stellt, aber sie ist sehr freundlich. „Take your time“! Dann machen wir uns auf den 260 km langen Weg nach Geelong, das erste Stück auf dem „Princess Highway“. Die uns fremden Verkehrsschilder machen uns Spaß: „Drowsy drivers die“ = „Müde Fahrer sterben!“ und „Rest and stay alive“! = „Mach mal Pause und bleib am Leben!“. Wenige Meilen hinter Portland sehen wir längs der Küste den ersten Windpark auf unserer Reise mit 30 Rotoren, sonst nur grüne Wiesen mit Schafen und Lämmern, Rindern und Kälbern aller Couleur, soweit das Auge reicht.
 


Wir haben den Highway fast wieder für uns, doch plötzlich hinter der nächsten Biegung: Stau! 4 Autos hintereinander vor einer mobilen roten Ampel! „Road work“-! Na ja, ich sagte es schon, die Straßen hier haben es bitter nötig.
 

Der Himmel ist durchgehend grau und die Seen, die sich auf den Wiesen gebildet haben, zeugen von vorangegangenen schweren Regenfällen. Wir haben Glück, die Straßen sind schon wieder getrocknet, auch wenn ab und an die Straße leicht überflutet ist. Auf der „Great Ocean Road“ müssen wir alle paar Meter anhalten, so viele Aussichtspunkte laden zum Blick auf Meer und Felsen ein.



Die “Shipwreck“ Küste, wo so mancher Sailer untergegangen ist mit Mann und Maus, „Loch Ard Gorge“ und die „Twelve Apostels“, die nur noch 8 sind und viele andere spektakuläre Felsformationen.
 



 
Japan und China können nicht weit sein, stellen wir an den vielen „Schlitzaugen“ fest, die hier in Scharen und LAUT auftreten. Aber die Küste ist wirklich unglaublich schön und vielfältig. Regenwald mit wunderschönen bunten Papageien, kahle, nackte Baumgruppen ohne ein einziges Blatt, Steilküste, geschwungene Hügel mit Weideland und Hunderten von Tieren, weiße Sandstrände und die Surf Coast, wo trotz des ungemütlichen Wetters schon etliche Surfer auf „ihre“ Welle warten.
 



 
 
Wir kommen erst um 7 Uhr abends in Geelong an, finden ein preiswertes und gutes Motel und freuen uns jetzt auf „Phillip Island“ und die süßen kleinen australischen Pinguine, die dort jeden Abend für die Nacht aus dem Meer an Land kommen. Langsam sind unsere Tage in Australien gezählt!

Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter, Sonnenschein mit Wolkenhimmel. Noch ein morgendlicher Stadtbummel mit üblichem Toast-Sandwich Frühstück und einem „Flat White“, den ich vom Kaffee „Latte“ beim besten Willen nicht unterscheiden kann – so langsam sehnen wir uns nach unserem Schwarzbrot mit Käse und Leberwurst und ganz normalem aufgebrühten Filterkaffee – und dann geht’s mit unserem kleinen Töff Töff nach Queenscliff auf der Halbinsel Bellarine und von dort mit der Autofähre nach Sorrento auf der Halbinsel Mornington.




Von Sorrento sind es noch zwei Autostunden rund um die Bucht ohne Namen, in der French Island und Phillip Island liegen, mit wieder wunderbaren Ausblicken auf grüne Hügel und üppige Vegetation, mit Scharen von bunten Papageien und anderen Exoten, die wir zu Hause nur von Volieren in Zoos etc. kennen.
 


Auf der anderen Seite Meer und herrliche Strände, dann fahren wir über die San Remo-Brücke nach Cowes, der Hauptstadt von Phillip Island, wo wir im Seahorse-Motel ein Zimmer gebucht haben. Die Pinguin-Parade am anderen Ende der Insel verfolgen wir dann nach Sonnenuntergang  mit Hunderten anderer Touristen, hauptsächlich aus China, Malaysia, Singapur und Japan. Obgleich in allen Sprachen gebeten wurde, leise nur zu schauen und nicht zu fotografieren, müssen die Ordnungskräfte mehrfach zur Ordnung rufen. Und dann tauchen sie unvermittelt auf und es ist wirklich zu niedlich, wie die Winzlinge auf den Strand „gespült“ werden, wieder zurückrennen, sich wieder an Land tragen lassen, nochmal zurücksausen und mit weiteren Kumpeln im Schlepp mit der nächsten Welle wiederkommen, um dann schließlich wie auf Kommando zu ihren Schlafplätzen in den Büschen hinter dem Strand zu verschwinden. Wir verschwinden danach auch ziemlich schnell, morgen früh müssen wir um 11 Uhr unser Auto in Melbourne zurückgeben, sonst kostet es einen weiteren Tag Leihgebühr. Um 22 Uhr prasselt der Regen auf das Blechdach über unseren Köpfen im Motel. Ich glaube, ich sagte es schon: Haben wir ein Glück mit dem Wetter!

Und nicht nur mit dem Wetter, eine mitleidige Seele mit mehr „Muckis“ als wir schleppt um halb acht unsere schweren Taschen die Eisentreppen aus dem ersten Stock hinunter bis zu unserem Auto. „No problem, ladies“! Heute fährt Kirsten die zwei Stunden bis Melbourne und auch da, trotz morgendlichem Berufsverkehr „no problem“. Hoffentlich gibt es zu Hause kein Problem mit dem Rechtsverkehr. Ein Taxi bringt uns dann die paar Meter weiter vom „AVIS“-Car Rental zum “Radisson on Flagstaff Gardens“, das um diese Zeit unser Zimmer natürlich noch nicht fertig hat. Wir vertreiben uns die Zeit bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel in Melbournes Innenstadt.
 


Bei so einem Wetter ist natürlich jede Stadt schön, aber Melbourne braucht den Vergleich mit Sydney wirklich nicht zu scheuen. Ein paar Erinnerungen habe ich noch von meinen früheren Besuchen mit der „Columbus Virginia“, aber wie überall hat sich viel verändert. Besonders am Yarra-River, da starten wir morgen unsere Erkundungstour, wettermäßig sollte die im T-Shirt stattfinden können. Mal sehen!

Ja, sie kann, aber vorsichtshalber packen wir noch die Jacke ein. Die TV-Wetterfee sagt für morgen sogar noch höhere Temperaturen voraus. Wir frühstücken die Reste von unserem letzten Supermarkteinkauf: Cracker mit Camembert und Cherry-Tomaten, Kaffee und Tee gibt es ja auch hier als Standardausrüstung, wie einen Wasserkocher, ein Bügeleisen und ein Bügelbrett. Die Fahrt zum „Docklands Harbour Town“ ist mit der Circle Tram gratis, aber wir habe keine Sorge, unsere Australdollars bringen wir schon noch unters Volk.
 

Erst mal erfreuen wir uns des sommerlichen Wetters bei einem Bummel durch die Harbour Mall, essen einen Happen, ich die australische Version eines Kuchens, der bei uns „kalte Schnauze“, „kalter Hund“ oder einfach nur „Kekstorte“ genannt wird und hier Hodgedog heißt, und Kirsten ein schlichtes Ham-and-cheese-Croissant. Dann wandern wir entlang des Yarra-Rivers bis zum Eureka Tower.
 



Der ist uns von der TouristInfo wärmstens empfohlen worden, um aus dem 88. Stock einen 360-Grad-Blick auf Melbourne zu genießen. Eine super Empfehlung, auch wenn eine Klasse von ca. 30 10jährigen Kindern in Schuluniform mit schwarzen Socken in schwarzen Schuhen, grauen knielangen Shorts, blauem Hemd und blauem HUT einen ziemlichen Geräuschpegel verursacht. Tolle Fotos kommen bei dem klaren Wetter heraus. Herrlich.






Melbourne rivalisiert ja ziemlich mit Sydney und das kommt den Touristen zugute. All die wunderbaren Skulpturen talentierter Künstler, die vielen Shops und  Kneipen. Wir sind restlos begeistert.
 




Abends machen wir uns auf den Weg zum „Hofbräuhaus“, auch wenn der Herr in der TouristInfo die Frage nach einem „german“ Restaurant so gar nicht verstehen konnte. Wir haben eben inzwischen einen riesigen Appetit auf GERMAN FOOD! Da ist die Schlange allerdings am Samstagabend auch riesig und wir verzichten. Eine dreiviertel Stunde warten? Ne! Wir versuchen unser Glück in einem urigen irischen Pub, in dem wir am Nachmittag schon eine Schorle hatten. Die haben Platz und ein leckeres gegrilltes 350g-Porterhouse-Steak für uns zum TEILEN! „No problem“, sagt der nette Kellner. „Oh, Ihr kommt aus Hamburg, da war ich auch vor ein paar Jahren für 5 Tage. Es war schön, aber ziemlich kalt.“ „Ja, wie in Melbourne bis vorgestern“ antworte ich und er lacht. Die Straßencafés von Melbourne und die Kneipen am Weg sind brechend voll um 9 Uhr abends, 90 % junge Leute, denken wir.


Melbourne ist absolut „multi-kulti“, in der 4-Millionen-Stadt wohnen Menschen aus 110 Ländern und die sprechen von Haus aus 170 Sprachen. Wahnsinn! Einen halben Tag noch in Melbourne, dann fliegen wir nach Sydney und am 3. November weiter nach Bangkok. Davon schwärmt Kirsten mir schon lange vor. Unser nächstes Highlight!

Kirstens Uhr zeigt Samstag, den 2. November 2013, an, unseren letzten vollen Tag in Australien. Der vergeht dann ziemlich sang- und klanglos mit Koffer packen, 10 Uhr auschecken, Frühstück im nahen Victoria Market, wo gerade die Stände aufgebaut werden und dann nochmal zur Library, um eine Sitzreservierung für unseren Flug morgen von Sydney nach Bangkok bei der Qantas zu buchen. Leider erfolglos, wir werden wohl nehmen müssen, was wir kriegen. Die Fluggesellschaften lassen sich inzwischen alles teuer bezahlen, auch Platzreservierungen. Aber zu unserer Freude strahlt „Klärchen“ vom Himmel und das heißt, die Jacke kommt in den Koffer. Der Flug nach Sydney ist dann sehr angenehm und kurz. Ein Taxi bringt uns vom domestic-Flughafen zum Airport-Hotel Rydges und das liegt direkt gegenüber vom Internationalen Terminal. Schönes Hotel mit traumhaftem Blick auf den beleuchteten nächtlichen Flughafen von Sydney. Morgen früh also 9 Stunden bis Bangkok. Dafür hat Kirsten den „Fahrplan“ gemacht: Große Überraschung für mich! Ich liebe Überraschungen!

 

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