Donnerstag, 14. November 2013

Der Osten Australiens von Cairns bis Sydney


Der Airport-Shuttlebus bringt uns zum kleinen Flughafen Yularu, wo wir eine kleine Boeing des Qantas-Ablegers „JetStar“ besteigen. Auf  dem Rollfeld will ich sie knipsen, aber das wird mir von Dame in Uniform untersagt. Muß wohl was streng Geheimes sein, aber was bloß? Nicht mal die Lufthansa oder Emirates hatten etwas dagegen. Unter uns bleiben der Uluru, die Salzseen und das weite Land Zentral-Australiens zurück. Das erste Mal nach jetzt zwei Wochen erwarten uns in Cairns an der Ostküste im Staate Queensland angenehme Temperaturen von 27°C, sagt jedenfalls unser Flugkapitän. Und er hat Recht. Allerdings hohe Luftfeuchtigkeit, aber macht nichts. Das Hotel „Rydges Tradewinds“  punktet mit nettem Personal, kostenfreiem Einlösen von Reiseschecks, freiem Internet und allen Annehmlichkeiten, die wir uns wünschen. Cairns entpuppt sich  als quirlige Stadt mit auffallend vielen jungen Leuten, die das Land meistens vor dem Berufsleben bereisen, die sogenannten „Backpackers“. Wir begegnen vier von ihnen, jungen Deutschen, die im „Bavarian Beer und Foodhouse“, ihre Reisekasse mit Kellnern aufbessern. Der Wurstsalat und die Schorle schmecken ausgezeichnet. Hier hätten wir es wohl  länger aushalten können, aber morgen steht ein Ausflug nach Kuranda und in den Regenwald an, kurz vor 8 holt uns der Shuttlebus von SkyRails ab und übermorgen ist schon der Flug nach Hamilton Island gebucht.

Der Busfahrer von SkyRails heißt Russell und spricht breitestes „Aussie-Englisch“. So verstehen wir nicht wirklich, was da auf uns zukommt, aber mit Prospekt in Deutsch und nochmaligem Nachfragen am Ticketschalter klappt es dann reibungslos.




Wir schweben mit einer Seilbahn hoch oben über den Baumwipfeln auf Kuranda zu, einem ehemals von Hippies gegründetem kleinen Ort inmitten des tropischen Regenwaldes, der sich inzwischen zu einer Touristenattraktion gemausert hat. Der Barron-Schlucht Nationalpark ist wie alle tropischen Regenwälder Australiens als Weltnaturerbe geschützt . 4,5 km lang ist die Fahrt und auf der Strecke können wir an 2 Stationen die Gondel verlassen und die vielschichtige Vegetation auf gut beschilderten Wegen erkunden.
 



Die Laute der Vögel aus dem Blätterwald erinnern mich an die heimische Sauna, dort wird man von den gleichen Vogelrufen während des Schwitzens begleitet. Ein paar dieser Vögel sehen wir später in Kuranda in einem wunderschön angelegten Vogel“gehege“ und dort kann man sie sogar füttern, was allen Besuchern großen Spaß macht.




Wir sorgen noch für ein bißchen Umsatz bei den jetzigen Bewohnern von Kuranda, wo von Kitsch bis Edel alles an Shops vertreten ist.




Dann geht es auf dem gleichen Weg über die Dächer des Regenwaldes zurück nach Cairns. Uns bleibt noch genug Zeit, einen  Bummel durch die Stadt zu machen und einen Eiscafé (ich) und einen Erdbeershake (Kirsten) an der sogenannten „Lagune“ zu genießen, wo Touristen und Einheimische sich im warmen Wasser des Pazifiks vergnügen. Haben wir es gut!!!
 

Viele tragen wegen der gefährlichen Sonnenstrahlung selbst im Wasser T-Shirts. In Australien soll das Ozonloch ja besonders groß sein. Die Promenade entlang des Pazifiks ist 5 km lang und wird in der Morgenkühle von vielen Joggern genutzt, sehen wir von unserem Hotelbalkon mit Blick auf Pool und Meer. 
















 Zu den Whitsundays nach Hamilton Island bringt uns morgens um 8 eine kleine Propellermaschine der Qantas.


Es sind nur 1 1/2 Stunden Flug, aber es gibt sogar Frühstück. Der Himmel ist blau mit kleinen Schäfchenwolken und so können wir schon einen Blick auf Inseln und Meer werfen. Die vielleicht 40 Passagiere werden mit Shuttlebussen zu Ihren gewählten Hotels gebracht. Alles – wie bisher immer in Australien – sehr gut organisiert. Wir fahren zu unserem Hotel „Reef View“, wo wir einen super ausgestatten Bungalow beziehen können, mit Bad, Toilette und Kitchenette.
 
 

Auf unserer Terrasse lädt eine Hängematte zum Relaxen ein, denn heute ist Ausruhen und den Sommer genießen angesagt. Aber so richtig trauen wir uns noch nicht rein, wir fürchten, wir kommen vielleicht rein, aber nicht wieder raus, oder sogar weder noch. Der Versuch wird auf morgen verschoben. Erst mal erkunden wir mit dem Greenbus kostenlos die riesige Anlage. In Queensland sind Ferien und dementsprechend ist hier einiges los. Wassersport in jeder Form wird angeboten, Ausflüge mit dem Katamaran oder Jetski, oder, oder, oder. Bei den vielen Restaurants und Cafés fällt die Auswahl schwer, aber bei den doch recht hohen Preisen teilen wir uns eine Portion Calamares mit Chips. Reicht! Nachmittags freuen wir uns auf ein Bad im warmen … ne, nicht Pazifik, sondern im nur ein paar Schritte entfernten Pool direkt vor dem weißen Sandstrand. Im Meer kann es die giftigen Quallen geben, den Irukandji Jellyfish, sagt eine Warntafel am Strand. Es könnten sich vereinzelte von den Viechern, die sogar tödlich sein können, vom tiefen ins flache Wasser verirren, eigentlich nicht, aber man könne das nicht ausschließen. Na, uns würde eine einzige genügen. Also Pool! An der Bar im Pool ist gerade „Happy Hour“ mit halben Preisen, was reichlich genutzt wird. Ich habe keine Brille auf der Nase, aber Kirsten studiert die Normalpreise: 16,5 AUD, da schmeckt uns der „MaiTai“ nicht mal für den halben Preis und wir sparen uns den Drink für unseren gemütlichen Bungalow auf. Wir erstanden schon mal vorsichtshalber im „Bottle Shop“ unseren Wein und im Drugstore das für eine leckere Weinschorle zugehörige Mineralwasser „mit Gas“. Vor dem Genuß müssen wir allerdings erst mal eine vor unserem  Bungalow grasende Kängeru-Familie fotografieren.


Der Kadadu auf unserem Dach, der aussieht wie mein aus Neuseeland mitgebrachter aus Schafsfell, weiß mit gelber Haube, macht sich vor dem Fotoshooting davon. Schön, mal so einen Tag ohne Fahrplan, aber morgen gibt’s wieder „action“: einen Hubschrauberflug über die Whitsundays und das BarrierReef mit anschließendem Schnorcheln im Korallenriff oder alternativ das Riff mit einem Glasbodenschiff  zu bewundern. Im Hinblick auf den „Irukandji“ werden wir die Alternative nehmen.

Wir schlafen aus und machen uns einen geruhsamen Vormittag. Frühstück gibt’s in einem kleinen Imbiß am Hafen und erfahren in den hier servierten Portionen, lassen wir uns ein Salami-Pannini teilen. Leicht genug für uns. Danach ist noch Zeit genug für eine große Inselrundfahrt mit dem „Purplebus“.


Als ich des öfteren im Bus die Seite wechsele, weil der Ausblick aufs Meer mal hier und dann aber wieder dort toller ist, handele ich mir einen Rüffel vom Fahrer ein. Also, bevor er seine Drohung wahr macht und mich auf die Straße setzt (der nächste Bus kommt erst 40 Minuten später), bleibe ich dann lieber brav sitzen. Sowieso macht die Batterie „dicke Backen“ und ich habe vergessen, einen Ersatz einzustecken. Zurück im Bungalow muß ja noch die Hängematte ausprobiert werden und man liegt so wunderbar darin, daß ich einen Augenblick daran denke, die Nacht in ihr zu verbringen.



 
Aber die wilden Tiere, z.B. die Kängaruhs, wenn mir da morgens eins ins Auge guckt…! Also nehme ich davon lieber Abstand. Raus und rein in die Matte war erstaunlicher Weise überhaupt kein Problem.

Ein relaxter Morgen und ein super action-Nachmittag. Schwimmweste um, Kopfhörer auf und der Hubschrauber nimmt mit uns und zwei weiteren Passagieren Kurs auf das Barrier Reef.



Erst über die Whitsundays hinweg, deren Inseln fast alle Naturschutzgebiet sind und zum Teil auch unbewohnt. Wir fotografieren und fotografieren: die bewaldeten grünen Inseln, die weißen Strände, das von dunkelblau, über grün bis türkisfarbene Wasser mit weißen Tupfen, kleine und große Jachten, die zum Segeln, Baden und Schnorcheln rausfahren, und dann die unglaublichen Farben des Riffs von oben.
 





Wir landen auf einer Plattform, auf der schon ein zweiter Helikopter steht und werden mit einem Tenderboot auf die Station gebracht, von der man entweder die Unterwasserwelt schnorchelnd oder mit dem Glasbodenboot erkunden kann.
 


Obgleich wir noch ein bißchen „schwanken“, entscheiden wir uns doch für das Boot, es wird auch für nur 2 Personen ablegen. Ein bißchen hat zu unserer Entscheidung auch Fisch „George“ beigetragen, ein gut 3 m langer „Queensland Grouper“, den wir vorher schon durch ein Loch in der Station unter uns „bewundern“ konnten. „Ein gutmütiger Bursche“, sagt einer der Guides, na ja, mit einer Glasscheibe zwischen ihm und uns ist uns trotzdem wohler.


Die Entscheidung für das Boot bedauern wir dann auch nicht, denn wir glauben, wir bekommen fast mehr von diesen faszinierenden Korallen der unterschiedlichsten Formen und Farben und der ca. 1500 Arten von Fischarten in ihrer bunten Vielfalt zu sehen, als die Schnorchler. Dazu soll auch das Wasser ziemlich kalt gewesen sein.





Bevor der Hubschrauber mit uns wieder abhebt, gibt es noch eine Picknicktasche mit Snacks, Obst und einer ganzen Flasche Sekt für 2 Personen. Unsere Flasche nehmen wir sogar für den Abend mit in unseren Bungalow, weil die Familie, die mit uns hier ist, von ihren 3 Flaschen großzügig an uns abgibt. Nett sind sie, die Aussies. So endet ein unvergeßlicher Tag. Morgen geht es weiter nach Brisbane.

Unser Flieger startet erst um 14 Uhr, so haben wir noch Zeit zum späten ausgiebigen Frühstück mit Blick auf die Marina. Als Kirsten kurz den Tisch verläßt, „überfallen“ mich drei der weißen Cockatoos mit gelbem Kamm und klauen unsere Zuckertütchen. Sie sind schon eine andere Spezie als Spatzen und das wissen sie auch. Meine – ob ihrer Größe und ihres gefährlich aussehenden spitzen Hackschnabels -  etwas halbherzigen Scheuchversuche beeindrucken sie nicht im mindesten. Im Gegenteil, sie spreizen ihren normalerweise zusammengefalteten Kamm zu einer drohenden Haube auf! Na gut, wir trinken unseren Kaffee ohnehin nur mit Milch.

Eine Boeing der „Virgin Australia“ bringt uns in 1 ½ Stunden nach Brisbane. Hier wohnen wir für die nächsten 3 Tage in einem Backpacker Hostel, im Bunk’s, wo wir das Loft gemietet haben für stolze 490 AUD, so ca. 330 €. Ich wollte unbedingt mal da wohnen, „wo der Bär steppt“. Nach den bisherigen Komforthotels dann doch ein kleiner Schock.


„Schlicht“ ist noch geprahlt, aber „der Bär steppt“ wirklich und in unserem „Penthouse“ über 2 Etagen gibt es auch alles Überlebenswichtige: Betten, Handtücher (na ja, sauber sieht anders aus!), ein eigenes Bad, eine Küchenzeile, TV (soll ab morgen funktionieren!) und Internetanschluß.





Das Schwimmbad und der Whirlpool wird wohl nur von hartgesottenen Backpackern benutzt, die Anzahl der darin enthaltenen Keime dürften sich in Millionenhöhe bewegen.
 

Wir essen auch vorsichtshalber im Bunk-eigenen Restaurant „Birdee“ nicht das Special des Tages „BBQ-Ribs“ für günstige 10 AU. Wir haben leider einen Blick in die Küche getan und machen lieber noch einen Spaziergang zum Chinatown nebenan. Da essen wir zwar etwas teurer, aber lecker im Thai-Lokal und da gibt es vom „Chef“ sogar noch einen „Gratisgruß aus der Küche“ vorweg: 4 große in Kokoskrümeln gebackene King Prawns. Mhm! Ein paar Dollars lassen wir dann vor dem Schlafengehen noch in der Bar/Disco/Frühstücksraum (alles eins) im Bunk’s und trinken eine Weinschorle. Unter den vielen Menschen sind wir die einzigen über 30 und der Lärmpegel ist entsprechend. Es bleibt bei einer Schorle!

Der nächste Morgen bringt eine böse Überraschung. Kirsten’s Schlüsselbund-Etui mit einigen Euros drin ist weg. Das einzige, was sie in Cairns nicht in den Safe gepackt hatte, weil sie es im Rucksack vergessen hatte. Wenigstens sind keine Karten drin, aber es ist trotzdem mehr als ärgerlich und Sicherheitsschlüssel nachmachen zu lassen, ist eine teure Angelegenheit. Doch in irgendeinem Theaterstück, dessen Titel ich nicht mehr weiß, hieß es: „Es hat keinen Sinn, in vergossene Milch zu weinen, es sind schon genug Tränen darin“. Oder so ähnlich. Man kann es nicht mehr ändern und es gibt Schlimmeres. So widmen wir uns der angesammelten Wäsche, mit der wir 2 Waschmaschinen füllen können.


Bunk’s immerhin kostenloses  kontinentales Frühstück (Toast, Butter, Marmeladen, Honig und Müsli) verzehren wir zufällig neben zwei Bremer Backpackern. Sie wohnen inzwischen in einem  8-Betten-Zimmer mit Bad und zu öffnendem Fenster, nachdem sie es in dem 20-Personen-Schlafsaal ohne Fenster und Bad auf dem Flur nicht mehr ausgehalten haben. Wir könnten uns sicher vorstellen, wie es da zugegangen sei, meinten sie. Konnten wir zwar nicht, aber weiter wollten sie sich dazu nicht äußern. Puh, also wir wohnen im puren Luxus-Apartment!

Brisbanes Innenstadt lädt zum Bummeln ein und das machen wir ausgiebig. Den 85 m hohen Turm der Cityhall mit seinen in England gegossenen Glocken und  der großen Uhr, die einen Durchmesser von 4,8 m hat,  zu besteigen bzw. mit dem 90 Jahre alten nostalgischen Lift zu erklimmen,  hätten wir uns gut schenken können. Der Blick aus unserem „Loft“ ist besser. Aber es bescherte uns das Kennenlernen einer 6-köpfigen Gruppe aus 3 Nationen: England, Chile und Schweden. Die Schwedin spricht mich auf mein “hübsches“ Kleid an und will es ihrer Schwester beschreiben, die eine Schneider-Werkstatt hat. Ich biete ihr an, ein Foto zu machen und sie ist begeistert. Daß dieses Kleid ein 29,99 €-Teil von C&A ist, behalte ich aber für mich.
 

Als wir abends noch an ein paar „Freßbuden“ vorbeikommen, entscheiden wir uns spontan für die German Bratwurstbude. Schmeckt wie zu Hause. Für morgen haben wir uns eine Sightseeing-Tour mit einem „Hop-on-und-Hop-off-Bus“ vorgenommen, mit dem wir für 35 AUD den ganzen Tag Brisbanes Sehenswürdigkeiten erkunden können, wenn wir das durchhalten.

Ja, und das war genau das Richtige heute. Wieder wunderschönes Sommerwetter, wir haben Brisbane mit dem CitySight-Bus, mit der Fähre auf dem Brisbane River und zu Fuß erkundet und festgestellt, es gefällt uns ausgesprochen gut hier.


 

 

 
Am Wochenende genießen die „Brisbanians“ ihr Leben, am Fluß und z.B. auf dem anderen Flußufer, genannt South Banks, wo sonntags immer der Lifestylemarket seine Tore öffnet. Dort kann man shoppen, faul auf der Wiese oder am Straßen-Beach Sandstrand liegen, die parallel zum Fluß verlaufen und in den Pools dort Schwimmen gehen.
 

Wir buchen schon mal im dortigen Tourist Office für Montag eine Mangroven-Tour am „Noosa Head“ im Norden. Montag ist nämlich nicht nur Labourday – also Feiertag - in Queensland sondern es sind auch Schulferien! Da sind solche Touren schnell ausgebucht. Ab morgen dürfen wir uns wieder im Linksverkehr üben, um 12 Uhr holen wir unser Auto von Avis.

Kirsten erklärt sich bereit für die erste Tour nach Norden und wir fahren mit unserem kleinen Hyundai zum  Alma Zoo mit Koalas, Känguruhs und vielen anderen australischen Tieren. Das hatte uns der Avis-Mann empfohlen und das ist genau das Richtige. Es liegt nämlich direkt an der Strecke nach Noosa. Wir haben richtig Spaß an den putzigen Koalas, die wir mit Glück sogar mit offenen Augen erleben, die meiste Zeit des Tages verschlafen sie ja, an den Kängarus und Wallabies, die sich streicheln lassen und an Wombats, Dromedaren und anderen Tieren.




Anschließend – so dachten wir – suchen wir  uns ein nettes kleines Hotel an der Sunshine Coast, von dem wir morgen dann nach Noosa zu unserer Bootstour durch die Everglades aufbrechen wollen. Aber ein Hotel nach dem anderen können wir streichen, überall „no vacancy!“ Ausgebucht wegen der Ferien und es wird dunkel. So ein Mist, auch unser GPS hilft nicht viel weiter. Irgendwann, als wir schon auf dem Highway nach Norden fahren wollen, um uns dort vielleicht ein Motel zu suchen, zeigt uns der GPS das Novotel in Twin Waters, von dem wir uns ein freies Zimmer erhoffen. Inzwischen ist uns auch der Preis ziemlich egal. Dort allerdings ist uns auch kein Erfolg beschieden, aber der Mann an der Rezeption versucht auf meine Bitte hin, ein Zimmer in einem anderen großen Hotel Resort telefonisch zu buchen und das klappt.  Uns fällt ein Riesenstein vom Herzen, wir sahen uns im Geiste schon im Auto nächtigen. Das „Palmer Coolum Resort“ entpuppt sich dann als ehemaliges “Hyatt Regency“ und ist ein 5-Sterne-Hotel. Das absolute Kontrastprogramm zu unserem Etablissement im „Bunk’s“! Vor und in dem Hauptgebäude stehen 5 aufgemöbelte Oldtimer, ein Angestellter holt einen anderen Angestellten, um uns einen Parkplatz zuzuweisen, der bringt uns und unser Gepäck mit einem Caddy zu unserem Apartment und schleppt die je 25 kg schweren Taschen (wegen der Feiertage  haben wir auch vorsichtshalber ein paar Flaschen Sprudelwasser und Wein eingekauft) auch noch in den ersten Stock der Villa  210. Hier läßt es sich aushalten, alles vom Feinsten. Im nahen Resort-„Village“ gehen wir nach den Anstrengungen erst mal Spaghetti-Puttanesca (ich) und Spaghetti-Bolognese (Kirsten) essen. Wir freuen uns auf das 5-Sterne-Kingsbett, in dem wir leicht quer schlafen könnten. Was für ein Tag!

Ja, “was für ein Tag“, kann man auch am nächsten Tag sagen. Sonne, fast 30°C und vor uns liegt eine halbstündige Fahrt nach Norden zu den australischen „Everglades“ in Noosa. Erst einmal aber muß ein Elektriker her, unser Safe ist nicht zu aktivieren und daß wir unsere Wertsachen dauernd mit durch die Gegend schleppen müssen, wie in Brisbane, dazu haben wir keine Lust. Dessen Dienstbeginn ist erst um halb elf, so gehen wir erst mal Frühstücken.  22 AUD ist die günstigste Variante und für uns eigentlich noch zuviel mit 2 Spiegeleiern, gebratenem Speck, Tomate, 2 kleinen Reibekuchen und 3 Scheiben Toastbrot. Aber kleiner gibt’s nicht und es ist sehr hübsch 5-sternemäßig designed! Also gut, aber daß Kirsten dann ihren Tee noch on top mit 5 AUD bezahlen muß, während mein „Regular“ Kaffee im Preis inbegriffen ist, finden wir dann doch etwas abzockermäßig! Der Elektriker ist erfreulicherweise pünktlich und erfolgreich, so können wir beruhigt  zu unserem Ausflug aufbrechen. Leider will unser GPS nicht den Weg annehmen, den wir uns vorgestellt haben, nämlich den David-Low-Way am Pazifik und den wunderschönen Stränden der Sunshine Coast entlang. Aber wir bleiben stur und widersetzen uns hartnäckig ihren Aufforderungen zum Abbiegen, bis sie (unser Navigator ist wie meistens eine Sie) aufgibt und werden mit wunderschönen Aussichten auf die See und kilometerlange weiße Sandstrände belohnt. Ich jedenfalls, denn Kirsten muß mal wieder fahren, weil ich – wirklich unabsichtlich! – meinen Führerschein im Hotel vergessen habe und es ist ein ganz schöner Verkehr. Alle wollen bei dem Wetter und dem langen Wochenende ans Wasser. In  Noosaville steigen wir mit 16 weiteren Passagieren auf unser kleines Ausflugsboot und die Fahrt mit Andy, unserem Captain, macht uns allen unglaublich viel Spaß.

 
Er ist ein humorvoller „Kiwi“, also gebürtiger Neuseeländer, und nicht nur den Kindern an Bord gefallen seine Anekdoten. „Wie heißt denn „Noosa", der Aboriginal Name der Stadt auf Englisch“ fragt er in die Runde und  ein kleiner weizenblonder Junge, der mit Bruder und seinen Großeltern an Bord ist, weiß die Antwort: „schattiger Platz“. Ne, ne, sagt Andy und grinst. Das heißt „Kreisverkehr“. Natürlich hat der kleine Jason Recht, aber „Kreisverkehr“ würde Sinn machen. Wir mußten auf dem Weg durch mindestens 20 dieser „Roundabouts“.  Super finden alle auch, wenn Andy Gas gibt nach dem Motto: „ Put the Hebel on the table“, sich die Nase des Bootes aus dem Wasser hebt und die Passagiere durch den Speed tief in die Sitze gedrückt werden. Nur Fliegen ist schöner! Wir düsen über die teilweise nur zentimetertiefen Gewässer, vorbei an fotogenen Gruppen von Pelikanen und anderen Wasservögeln, bestaunen die faszinierende Welt der Mangroven mit ihrer unglaublichen Vielfalt an Vögeln und Pflanzen und genießen ein kleines Picknick inmitten dieser Wildnis, an der uns – angefüttert von vielen Touristen vor uns – ein ganz schön großer Waran Gesellschaft leistet.
 

 

 
 
Auf der Rückfahrt kommen wir nochmal an etlichen Hausbooten vorbei, bei denen eins besonders die Fotoapparate klicken läßt, „Hilly Billy Hilton“ nennt es Andy, und genau so sieht es aus.

 

Wir müssen unsere „Navigatorin“ auf dem Rückweg zum Hotel noch ein paar Mal „umfüttern“, bis sie uns auch die Rückfahrt auf dem David-Low-Way mit den spektakulären Ausblicken gestattet. Dann noch 2 x Kinderpizza für uns beim Italiener, noch eine Weinschorle, na ja, ehrlicherweise wohl drei, dann geht’s ab für uns in die 5-Sterne-Koje. Himmlisch! Für morgen haben wir schon ein Motel in Byron Bay bestellt, einer Touristen-Hochburg an der Gold Coast. Mal sehen, was uns da erwartet.

Den Ort hätten wir uns schenken können, stellen wir nach etlichen Stunden über den Highway von Queensland nach New South Wales fest. Nur heruntergekommene Kneipen, viele Geschäfte mit „hippen“ Klamotten für Menschen bis höchstens 30 und nur solche treiben sich hier im Ort herum. Backpacker, die hierher zum Surfen kommen und viele sehen aus, als hätten sie lange keine Dusche gesehen und als wenn sie von den letzten Pennies leben. Ich war mal hier vor ca. 22 Jahren und hatte es ganz anders in Erinnerung. Wir freuen uns, daß wir auf dem Weg hierher durch das bergige Hinterland zum Crystal Castle gefahren sind, auch wenn das auf ziemlich gewundenen engen Pfaden am Abgrund entlang eine ziemlich anstrengende Fahrt war. Hier hatte ich damals Frank’s älteste Tochter besucht, als die mit ihrem Exmann dort anfing, mit Halbedelsteinen und Schmuck zu handeln. Die beiden gehen längst getrennte Wege, aber das Castle gibt es noch und was er dort mit seiner zweiten Frau daraus gemacht hat, ist fast unbeschreiblich. Einen Park mit Seen, Gärten der Ruhe und Entspannung, zum Meditieren einladende Plätze mit Buddha-Statuen, Verkaufsräume mit Schmuck, Heilsteinen, Skulpturen, eine Cafeteria, Spielplätze für Kinder und überall stehen große Amethysten, Bergkristalle, eine Sitzgruppe aus Rosenquarz und, und, und.

 
 

 
 

 
 
Trotz des schwierigen Anfahrtsweges sind die Parkplätze gut belegt und das Geschäft scheint zu boomen. Wer mag sollte Crystal Castle mal googeln unter crystalcastle.com.au. Es lohnt sich! Leider weilt mein Ex-Schwiegersohn gerade auf Bali, wir hätten gerne mal  „Hallo“ gesagt. Morgen versuchen wir auf dem Rückweg nach Brisbane mal, den Platz zu finden, wo meine Stieftochter mit den inzwischen erwachsenen Enkeltöchtern hier lebt, auf einer Art Pferdefarm. Leider ist auch sie gerade auf Reisen, an der Westküste Australiens. Wir konnten zusammen nicht kommen ….., was wir beide bedauern, aber die Terminplanung hat da leider nicht hingehauen. Von Brisbane nehmen wir dann den Flieger nach Sydney und darauf freuen wir uns schon riesig.

Am Morgen fahren wir nochmal hoch zum sehenswerten Byron Bay-Leuchtturm und revidieren unsere Ansicht über Byron Bay, der Blick auf die weißen Strände und die Brandung des Meeres unter strahlendblauem Himmel mit weißen Schäfchenwolken ist traumhaft. Etliche Surfer paddeln schon auf ihren Surfbrettern im Meer und warten auf ihre ideale Welle.

 

 
Die Abfahrt vom Highway zu der Property von Frank’s Tochter findet unsere Navigatorin leider nicht, statt LOT 2, landen wir bei einem Anwesen „Cornwall“, LOT 10, und dann haben wir keine Zeit und Lust mehr weiter zu suchen. Wir müssen unseren Hyundai bis 12 Uhr am Brisbane Airport zurückgeben, sonst kostet er einen Extra-Tag! 

Gar nicht so einfach zu finden, der “Avis Car Return“ am Inland Airport und dann haben wir vor lauter Streß auch nicht bei der letzten Tankstelle vollgetankt. Wir könnten das Auto auch halb leer abgeben, dann kostet es so ungefähr 125 AUD, also – auch wenn es schwerfällt – wir fahren zurück zur Tankstelle beim International Airport und tanken für 45 AUD. Brisbane Airport ist so ungefähr mit dem Bremer zu vergleichen, zu dem wir früher immer „Feldflughafen“ sagten. Also, nicht viel los und wir haben 3 Stunden Zeit. Gut, wir haben unsere Laptops mit und können Bridgen. Der Qantas-Flug nach Sydney mit einer Boeing 737-800 dauert nur 1 ½ Stunden und wir stellen trotzdem unsere Uhr 1 Stunde vor. Die Aussies sind auch ein bißchen verrückt mit ihrer Zeitumstellung. Bevor wir dann endlich in unserem schönen, alten Hotel „Menzies“ sind, vergehen fast 2 Stunden, weil der Shuttlebus Verspätung hat. Aber wir bekommen kostenlose Unterhaltung vom Busfahrer „Malcolm“ und zwei  Gästen. Es sind nämlich zu viele Menschen, die mit seinem Bus in ihr Hotel wollen und „Malcolm“ will ein Paar wieder raussetzen, das sich dem lautstark und vehement widersetzt. Irgendwie arrangieren sie sich und alle kommen in ihr Hotel. Nur der Weg dahin kostet Nerven, denn unser Fahrer muß sich wohl abreagieren und das merkt man an seinem Fahrstil. Wir wollen wirklich nicht in einem Sydneyaner Taxi enden! Aber alles geht gut, wir erreichen lebend das „Menzies“ und trinken zur Beruhigung eine Schorle gegenüber  im „Occidental“.



Das könnte unsere Stammkneipe für die nächsten 5 Tage werden. Fisch und Chips schmecken und die Schorle auch. Das Mineralwasser kostet schlappe 8 AUD, ist aber dafür von den „Fidschi-Inseln“. Soll man da meckern? Internet kostet  ca. 25 AUD am Tag, aber abends gibt’s im Foyer 30 min. gratis. Die nehmen wir.

Die Nacht ist wieder kurz, bei den Temperaturen kann man einfach nicht lange schlafen und für heute sind bis zu 40°C angesagt. Unsere Klospülung geht nicht, was macht man da mitten in der Nacht? Gottseidank – irgendjemand tut was, wir sind nicht allein und morgens ist der Wasserdruck so hoch, daß man den Deckel schließen muß, damit das Wasser nicht über den Klorand springt. An der Rezeption ist Karneval, die Jungs und Mädels alle verkleidet mit Perücken und Blumen im Haar. Was ist los? 50jähriger Geburtstag des „Menzies“. Witzig! Wir machen uns auf den Weg zu einem Touri- Informationscenter und finden auch eins nach einigen Umwegen. Sogar mit einem hier arbeitenden deutschen Mädel. Wir kaufen ein Paket für 5 Sehenswürdigkeiten, das uns eine Ersparnis bis zu 99 AUD verspricht, aber im Endeffekt beim Nachrechnen auf dasselbe herauskommt, was wir einzeln bezahlt hätten. Na, jedenfalls kein Verlust. Die erste Sehenswürdigkeit nehmen wir gleich in Angriff, laufen am sehenswerten Chinagarten vorbei zum Powerhouse Museum und sind begeistert. Besonders das nachgebaute Straßburger Münster, die Lichtspiele und die“ Beatles in Australia“ haben es uns angetan. 
 

Nach kurzer Stärkung im Café halten wir durch beim Besuch der großen Markthalle, dem Besuch des Viktoria Buildings, wo besonders  Kirsten völlig von einer riesigen Uhr begeistert ist, die sowohl Zeit, als auch Wochentag und Datum anzeigt, während ein Segelschiff in die Runde fährt. Toll!
 

Wir fahren mit dem Free Shuttle zurück zum Hotel, besuchen noch unsere „Stammkneipe“, wo wir sofort wiedererkannt werden und haben von unseren Hockern am Fenster einen interessanten Blick auf den Wahnsinns-Feierabend-Verkehr. Busse ohne Ende halten gegenüber, eine lange Schlange bildet sich (die Aussies sind genau so diszipliniert wie die Engländer) und verzehren unser „Steak of the day“. Kurz vor unserem Hotel werden wir von einem jungen, gutaussehenden Australier auf eine Fahrt in einem knallroten Lamborghini eingeladen, als wir uns an dem Fahrzeug interessiert zeigen, aber – auch wenn uns das in unserem Alter nie wieder angeboten werden wird - lehnen wir ab und freuen uns auf unser 50jähriges “Geburtstagskind“. Die Betten sind sehr gut! Morgen geht’s weiter mit dem Sightseeing!

Und los geht’s um 10 Uhr morgens vom Circular Quay mit dem „Hop on, hop off“-Bus, der gerammelt voll ist. Wir wollen erst mal eine Rundtour machen, die mit zwei verschiedenen Bus-Linien, der City-Tour und der Bondi-Tour, etwa 3 Stunden dauern soll.




 


Anschließend haben wir uns für einen Darling Harbour Besuch entschieden, dem Vergnügungsviertel, das ich von meinen früheren Seefahrtszeiten kenne und interessant fand. Dann steht am Nachmittag der Besuch der Sydney Opera an und damit ist er wohl auch ausgefüllt. Darling Harbour streichen wir allerdings erst mal, weil die Sightseeingbusse so viel Verspätung haben, daß wir es vor der gebuchten Oper-Besichtigung gerade noch auf einen Kaffee im dortigen Café schaffen. Aber wir sind nicht böse, denn die Ein- und Ausblicke und die wirklich interessanten Geschichten über unseren Kopfhörer-Guide – sogar in Deutsch – sind prima. Noch mehr versöhnt uns dann die Führung in der Oper. Wirklich hervorragend gemacht, über eine Stunde in einer bis auf zwei Schweizer rein deutschen Gruppe. Als unser weiblicher Guide die verschiedenen deutschen Philharmonien erwähnt, die in dem Konzertsaal schon spielten, kommt die Schweizer Frage, „und wer war denn von unseren Schwiezer Musikern schon da?“ Leider weiß es unsere Dame nicht und aus der Runde kommt die Frage: Gibt es die denn, man hört eigentlich nur von „Ricola“? Der Schweizer hat Humor und grinst. Die Oper wurde von einem Dänen namens Utzorn gebaut, der sich allerdings wegen gravierender Schwierigkeiten mit den Australiern überworfen hatte.  Das ist inzwischen alles Geschichte, Jörn Utzorn und die Oper ist seit 2010 Unesco Weltkulturerbe und hat seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1973 110 Millionen Besucher gezählt. Eingeplant waren 7 Millionen Dollar, gekostet hat sie 300 Millionen, wer stöhnt da über die Hamburger Philharmonie! Sie hat die größte Orgel der Welt mit mehr als 10000 einzelnen Orgelpfeifen, die kleinste kleiner als ein kleiner Finger, die größte größer als ein dreistöckiges Haus. In den Konzertsaal passen 2600 und in die Oper 16oo Besucher. Ich denke an unseren Schleswiger Jung und Freund Heinz Kruse, der als großer Tenor und Wagner-Sänger an der Hamburger Staatsoper hier vor einigen Jahren engagiert war und leider in einem Hotel vorher einen Schlaganfall erlitten hatte. Daher war ihm ein Auftritt hier nicht vergönnt. Wir lernen weiter einige Zahlen: die Oper ist  63 m hoch und 1000000 (in Worten 1 Million) schwedische Kacheln sind für ihr Dach verwendet worden, die nur vom Regen gereinigt werden.

 
 
 
 
Danach widmen wir uns profaneren Dingen, informieren uns nochmal im TouristInfo für morgige Unternehmungen und gehen nach einem zünftigen „Bavarian Wurstsalat“ mit „Blasmusi“ noch auf einen „Absacker“ in unsere „Stammkneipe“. Die ist knüppeldicke voll, aber  man kennt uns inzwischen und die Bestellung einer Weinschorle klappt reibungslos. Wir sind wunschlos glücklich und freuen uns auf die morgigen Ereignisse: Aquarium und Darling Harbour. Mal „kucken“!

Die dritte Nacht in Sydney und wir haben uns scheinbar an unser Bett gewöhnt, wir wachen  erst um 8.30 Uhr auf. ABC-News im TV sagt 27° in Sydney voraus, wunderbar. Darling Harbour ist zu Fuß nicht weit, wissen wir inzwischen, und es ist dort sogar ein Frühstückscafé schon auf. Damit haben wir immer noch unsere Probleme. Alle kompletten Angebote sind uns viel zu viel. Diesmal schaffen wir es, uns zwei Scheiben „Country-Brot“ mit Butter und Marmelade und Cappuccino zu bestellen und das ist die richtige Menge und schmeckt sehr lecker. Um 10 Uhr macht das Aquarium in Darling Harbour auf und wir sind fast die ersten Besucher. Dieses Aquarium ist wirklich großartig, genau so, wie ich es in Erinnerung hatte, was mindestens 20 Jahre her ist. Wir verbringen über 2 Stunden mit dem unterschiedlichsten Meeresgetier – von Haien bis Seepferdchen und Pinguin bis Seegurke -  und versuchen, so viele wie möglich im Foto festzuhalten. Besonders angetan hat es uns ein großer dunkelblauer Bursche, der uns aus einer Ecke mit großen Kulleraugen ansieht und der große gläserne Tunnel, wo sich über, unter und um uns herum Haie, Rochen und auch das „Kullerauge“ und Co. tummeln.


 
 


Den Nachmittag verbringen wir in den „Rocks“, da ist Markt, und zwar ein wirklich besuchenswerter. Kirsten kommt nicht an einem Bronze-Lizard vorbei, und ich erstehe einen gläsernen Pinguin und einen Walfisch für meine Sammlung. Wir müssen uns immer wieder an das limitierte Gewicht unserer Koffer erinnern: 23 kg!!! Zum Lunch gönnen wir uns einen Shrimps-Spieß (Kirsten) und eine „Krakauer mit Krautsalat“ (damit wir im „Bavarian“ sitzen können), ich. Unser Kellner Michael von gestern erkennt uns wieder und begrüßt uns freundlich. Kirsten hat noch die glorreiche Idee, wir könnten auf die Harbour-Bridge klettern, das sieht ja so interessant aus von unten. Ich habe allerdings irgendwo gelesen, das dauert 2 ½ Stunden und kostet 10 AUD. Außerdem waren auf den Reklamefotos nur junge strahlende  Menschen abgebildet. Und das sollen wir uns bei den Temperaturen antun? Ne, lieber einen Cappuccino im Café mit Blick auf die Harbour-Bridge.


Nachdem wir unsere Einkäufe ins Hotel gebracht haben, wandern wir noch einmal nach Darling Harbour. Das ist inzwischen zur Touristen-Hölle“ mutiert.

 

 
 
Jedenfalls für uns. Die „Sydneyaner“ liegen auf den Grünflächen, sitzen in den zahlreichen Kneipen und Bars oder fahren – wie wir – mit dem kleinen Sightseeing-Bähnle für 5 AUD durch den Hafen. Hier steppt wirklich der Bär und wir sind froh, als wir in unserer „Stammkneipe“ sitzen, die ziemlich leer ist, weil heute keine Büromenschen ihr Feierabend-Bier trinken. Leider stellt sich „Mick“ zu uns, ziemlich betrunken und ziemlich redselig. Daher sind wir ganz froh, daß samstags die Küche „kalt“ ist und verdrücken uns schnellstens unauffällig. Im nahen Supermarkt holen wir uns einen großen Camembert mit Cräckern. Sehr günstig und uns schmeckt es bestens! Wieder geht ein wunderbarer Tag zu Ende und wir freuen uns auf den nächsten: Hafenrundfahrt und Taronga Zoo ist angesagt. Auch den habe ich aus meiner Seefahrtszeit mit Frank in bester Erinnerung. Da gibt es noch ein Foto, auf dem ich den „Riesen“-Kopf einer Giraffe streichele! Darauf bin ich heute noch ganz stolz!


Wir frühstücken in einem Café am Circular Quay, da wo wir mit der Fähre zum Zoo fahren wollen. Wieder fällt die Auswahl schwer, aber mir schmeckt mein „Vegie Baguette“ ausgesprochen gut. Würde ich zu Hause nie essen! Die 24-Stunden-Shuttle-Fähre haben wir uns als 5. Sightseeing-Angebot ausgesucht, da wir damit die Hafenrundfahrt sparen können. 


Erst mal fahren wir damit zum Taronga-Zoo. Mit einer Gondelbahn geht es hinauf und dann durch das Gelände in altem Baumbestand rauf und runter. Auch der Zoo ist noch genauso schön, wie ich ihn erinnere. Wir könnten gut einen halben Tag darin verbringen, aber leider haben wir nur 3 Stunden eingeplant, um die Shuttle Fähre noch ausnutzen zu können, z.B. für die berühmte Manly-Beach. Die Koalas, die Känguruhs, die Wombats, die Tasmanischen Teufel, die vom Aussterben bedroht sind und hier deswegen besonders umsorgt werden, die Elefanten, an die ich mich so gut erinnere, weil sie hier im Zoo schon vor so vielen Jahren ein besonders schönes Gehege mit „Unterhaltung“ hatten (da standen sie in Hagenbecks Tierpark z.B. noch auf einer kahlen Betonplatte), sie haben es noch schöner, Vater und Sohn können in einem großen Wasserpool schwimmen und tauchen, und das nutzen sie zum Vergnügen der Besucher auch ausgiebig aus, die süßen kleinen australischen Pinguine, die wir ja auf Penguin-Island bei Melbourne noch hoffentlich in großer Zahl erleben werden und natürlich gibt‘s  auch noch die Giraffen. Nur hat man um die so ein großes „Niemandsland“ gebaut, daß sie – selbst wenn sie wollten – ihren Kopf nicht mehr zum „Kraulen“ herüberstrecken könnten.





Es ist wieder ein heißer Tag heute in Sydney, wir cremen uns noch mal ein und setzen unsere Safari-Mützen auf, auch wenn wir darin total bescheuert aussehen. Es geht weiter durch die Bucht nach Manly.


Die Fotos, die wir bisher schossen, sprengen langsam unsere Kapazität an Chips und wir haben ja noch fast 4 Wochen vor uns. In Manly spielt eine australische Dudelsackkapelle. Paßt ja eigentlich überhaupt nicht, aber eine große Traube von Menschen hat sich gebildet, die das Ereignis mit großem Applaus begrüßt.

Die Surfer haben heute keinen guten Tag, leider herrscht ablandiger Wind. Trotzdem sehen wir etliche Bretter mit den dazugehörigen Surfern im Wasser. Zurück auf dem Wasser gibt es noch die eine oder andere kräftige Dusche, es hat ordentlich aufgebrist, die Segelboote haben ordentlich „Lage“ und unser Fährkapitän hat es nicht so einfach mit dem Anlegen. Wir nutzen unser Ticket ordentlich aus und fahren noch bis Darling Harbour mit.
 

Da ist am Sonntagabend inzwischen „tote Hose“ und wir wandern in unser Hotel, weil unsere „Kneipe“ leider auch am Sonntag geschlossen ist. Ist aber auch in Ordnung, wir müssen noch packen, unseren Shuttle-Bus für morgen früh bestellen, Logbuch schreiben (jawohl! Kostet auch Zeit!), den Safe mit unseren Unterlagen leeren und auch noch mal kurz ins kostenlose Internet schauen. Das gibt’s nur einmal in 24 Stunden für 30 Minuten und wir haben es leider um 10.30 Uhr abends angefangen. So können wir nur um 10.30 Uhr wieder rein. Das Hotel möchte 25 AUD für 24-Stunden Internetzugang. Da werden wir geizig! Morgen um 9.45 Uhr geht unser Qantas-Flug nach Adelaide. Wir haben immer noch „Sturm“, den brauchen wir morgen für den Flug ganz bestimmt nicht! Internet klappt mal wieder nicht, wir bekommen gerade noch mit, daß keine Nachrichten für uns angekommen sind, also warten wir auf Adelaide morgen.

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