Samstag, 30. November 2013

Dubai - nicht wirklich unsere Stadt


Und nun geht die Reise los!!! Ein Ausspruch, den Kirstens Erinnerung nach ihr Vater vor jeder Reise tat. So geht also auch unsere große Reise los! Es ist Freitag, der 13., im September 2013! Wie gut, wir sind ja überhaupt nicht abergläubisch. Eine große Boeing der Emirate Airlines bringt uns in 6 ½ Stunden von Hamburg nach Dubai. Die Maschine ist halbleer und die Stewardessen und Stewards sehr umsichtig und freundlich. Auch das Essen ist sehr lecker und die Getränke- bis auf den Champagner - kostenlos. Also bleiben wir doch bei unserer bewährten Weinschorle. Kirsten bekommt Nasenbluten. Freitag, der 13.?? Ne, leider kommt das bei ihr auch an Montagen und anderen Wochentagen häufiger vor. Wohl eher vom Luftdruck in 10ooo m Höhe. Nach dem Verbrauch von 2 Packungen Tempo und dank einer fürsorglichen Stewardess, die mit einem ganzen Tablett voll nasser Waschlappen kommt, ist es auch schnell überstanden.  Wir stellen unsere Uhr zwei Stunden vor und kurz vor Mitternacht schweben wir über dem Lichtermeer Dubais und landen ohne weitere Vorkommnisse. Der Stellplatz des Fliegers scheint weit entfernt vom Terminal zu sein. Wir sind über 20 Minuten mit dem Bus unterwegs. Unsere Koffer haben offenbar einen anderen Weg genommen. Sie sind fast gleichzeitig mit uns an der Gepäckausgabe.  Der Temperaturunterschied vom klimatisierten Flugzeug und dem Terminal muß mehrere zig Grad betragen. Es ist wie ein Gang aus der Kühlkammer in die Sauna. Bufff! Ein Taxi bringt uns für günstige 30 € durch die Stadt zu unserer Hotelanlage „Madinat Jumeirah“ direkt am Meer mit Sicht auf den „Burj al Arab“. Die sechsspurigen Straßen sind selbst zu der Uhrzeit voll wie die A7 am Wochenende und wir bekommen den ersten Eindruck von den gigantischen Büro- und Wohntürmen Dubais. Auch der Stromverbrauch, den deren Illumination verursacht, muß gigantisch sein. Unsere Hotelanlage ist von Kanälen durchzogen wie Klein-Venedig und besteht aus drei Hotels und zig sogenannten Villen mit je 8 Hotelzimmern und einer Suite, von denen in Nr. 29 eins der Zimmer für die nächsten 3 Tage unser Reich sein wird. Vom Haupthaus können wir uns das Transportmittel dorthin aussuchen: Boot oder Buggy? Wir entscheiden uns für das Boot.

 
 
 


Der Schock vom  klimatisierten Flugzeug in gefühlte +50°C wiederholt sich beim Einzug in unser tiefgekühltes wunderbares Hotelzimmer wie aus 1000undeinerNacht in umgekehrter Reihenfolge. Wie sehen wohl die Suiten aus? Ein uns zugeteilter sogenannter „Butler“ bzw. „Butlerin“, denn unser Butler ist weiblich, zeigt und erklärt uns alles, was wir wissen müssen, und wir schlafen tief und fest. Zumindest bis um 4 Uhr morgens, da muß ich doch die Klimaanlage wieder aktivieren, der ich wegen des Lärms und des kalten Luftstroms gedacht hatte, für die Nacht den Hals abdrehen zu können.


Zum Frühstücken fahren wir wieder Boot. Zu Fuß bewegt sich anscheinend niemand in der Anlage, obgleich es auch schön angelegte Wege gibt. Entweder Buggy oder Boot. Wir hatten die Wahl zwischen drei verschiedenen Frühstücksrestaurants und entscheiden uns für das, was direkt zwischen dem großen Pool und der Beach liegt. Traumhafte Lage und alles da an Speisen, was sich die  internationalen Gäste nur wünschen könnten. Außerdem viele sehr umsichtige dienstbare Geister, die uns umsorgen.

An unserem ersten Tag fahren wir per Taxi zur riesigen Dubai Mall, wo sich in mehreren Etagen Geschäfte aller Sparten, von Designern bis Elektronikriesen, aneinanderreihen.
 

Die Mall beherbergt neben einer Eislaufbahn und einem Wasserfall mit Klippenspringer-Skulpturen auch eine der großen Touristenattraktionen, ein ebenfalls riesiges Aquarium, in dem man einige Stunden – inklusive einerFahrt mit dem Glasbodenboot über Haie, Rochen und anderes Meeresgetier hinweg- verbringen kann, was wir auch mit großem Vergnügen tun.



Wirklich alles ist riesig, die Wasserspiele nebenan auf dem Lake Fountain, der über 800m hohe „Burj Khalifa“, von dessen Top wir morgen über Dubai blicken werden, „Palm of Jumeirah“, deren „Finger“ weit ins Meer ragen und über die man mit der Monorail fahren kann, und, und, und. Ziemlich geschafft machen wir uns mit der Metro zurück zum Hotel, wo wir uns bei  einer Weinschorle und einem Wodka von „unserem philippinischen Butler“ zur „Gratis-Happy- Hour“ schnell wieder erholen.
 

Da schmeckt dann auch das Abendessen und dank der 2 Stunden, die wir Deutschland hier voraus sind, kommen wir sogar noch zu den Nachrichten und dem Abendprogramm von ZDF und RTL in unsere „Villa“ zurück.

Für unser Sonntagsfrühstück nehmen wir heute mal den Buggy und fahren zum Hotel Almuna, das etwas näher zum „Burj al Arab“ liegt.


Allmählich haben wir uns an das Klima gewöhnt, oder sagen wir mal, an das permanente Schwitzen. Beim riesigen Buffet fällt die Auswahl wieder sehr schwer und wir genießen es ausgiebig. Gegen Mittag begeben wir uns per „Abra“, so heißen die Wassertaxis, zum Haupthotel und nehmen den Shuttlebus zur Metrostation. Die schnellen, modernen Züge bringen uns zum Ausgangspunkt eines in unserem Reiseführer angepriesenen Stadtspaziergangs durch die Altstadt Dubais. Hier gibt es dann doch ganz andere Unterkünfte zu sehen, in denen die arme Bevölkerung haust.


Wir wandern durch die Straßen, wo die Häuser sogenannte Windtürme haben, die Billigform der Aircondition. In den Türmen fängt sich der Wind und wird von dort in das Innere der Häuser geleitet. Genial. Am Creek überredet uns ein „Abra“-Kapitän, eine einstündige Fahrt mit ihm auf dem "Dubai Creek" zu machen und er ist das „kleine Geld“ wert, das er verlangte. Auf dem Wasser weht gottseidank eine leichte Brise und das Boot hat ein Sonnendach.




Beim weiteren Spaziergang durch die Souks macht uns die Hitze wieder ganz schön zu schaffen, die Händler, die wenig zu tun haben, nerven mit ihren Sprüchen und dann verlaufen wir uns auch noch auf dem Weg zur Metro-Station. Kein Klima für Nordlichter! Wir sind froh, als wir wieder in der klimatisierten angeblich größten Mall der Welt ankommen -  der Dubai Mall - und in der Dubaischen Filiale der „Nordsee“ Shrimps mit einem kalten Getränk genießen können. Jawohl, die Filiale gibt es, ein Foto beweist es.
 

Danach können wir es wieder auf der Terrasse des Fountain-Cafés aushalten und nochmal die Wasserorgel bewundern, bis die Zeit für den Blick vom höchsten Gebäude der Welt – dem „Burj Khalifa“ – auf das erleuchtete Dubai ansteht.


Nachts ist Dubai bunt von den Leuchtreklamen in allen Farben, am Tage gibt es nur Gelb-, Grau- und Erdtöne. Was uns sonst noch in Dubai aufgefallen ist: Es gibt im Stadtbild keine Hunde, keine Katzen, wenig Grün und keine Bettler. Armut und Schmutz sieht man nur am Stadtrand und in den Souks.

Wir finden neben der Fontäne aber auch sehr interessant, wie eine junge Araberin  in einer Burka Kaffee und Kuchen zu sich nimmt. Ne, watt’n “Aggewars“ hätte meine Schwiegermutter gesagt.

Um 19 Uhr reihen wir uns dann in eine lange Schlange von Menschen ein, die alle mit uns den Blick aus dem 124. Stockwerk des „Burj Khalifa“ in 428 m Höhe – ungefähr der halben Höhe des Turms auf die - zugegeben – wunderbar erleuchtete Häuser, Türme und Straßen der Stadt rundum erleben wollen.
 

Ein Geschiebe, Geschubse, Gedränge. Na ja, ich weiß nicht, ob es mir das wert war. Anschließend sind wir so erschöpft, daß wir zurück statt der Metro ein Taxi nehmen, nur noch beim Hotel-Italiener zu Abend essen und in unser bequemes Bett fallen.

Am Morgen ist der Himmel wieder blau und es herrschen 35° C im Schatten! Auf zum Frühstück und anschließend mit der Metro zum „Walk“, sehr angepriesen in unserem Reiseführer. Er soll gleich neben der ebenfalls sehenswerten Dubai Marina entlangführen. Leider ist weder das eine noch das andere sehenswert, überall werden neue Hochhäuser aus dem Boden gestampft, die die Sicht auf’s Meer verbauen, und der „Walk“ besteht aus einem Restaurant und Café neben dem anderen. Jetzt kann uns eigentlich nur noch eine Fahrt durch den Hafen mit einem klimatisierten Boot versöhnen, aber das zu finden, ist nicht leicht. Als wir endlich den Anleger trotz verschiedener Wegbeschreibungen von Restaurant- und Büroangestellten finden - wohlgemerkt bei den herrlichen 35° im Schatten - soll die nächste Sightseeing-Tour in zwei Stunden erfolgen. Ne, wirklich nicht! Als wir so ein wenig unschlüssig am Schalter herumstehen, tut sich plötzlich unvermutet eine andere Möglichkeit auf. Die Jungs haben ja in der heißen Mittagszeit – wo außer uns nicht sehr viel andere bekloppte Touristen Sightseeingtouren machen wollen – wenig Einkommen.


Sie bieten uns für ca. 25 € mit ihrem kleinen aber feinen, weil klimatisiertem, Wassertaxi durch Dubais Marina zu fahren und uns an der weltberühmten „Palm Jumeirah“ entlang bis zum eben falls berühmten Hotel „Atlantis“ an der Spitze der künstlich aufgeschütteten „Palme“ zu bringen. Das ist wunderbar und entschädigt für die Strapazen.
 


Wir besichtigen die interessante Hotelanlage mit wirklich außergewöhnlichem Interieur, einem sehenswerten Aquarium, Freizeitanlage mit Riesenrutschen und allem, was sich das Urlauberherz nur wünschen kann. Wir beschränken uns auf einen Eiscafé und eine Erdbeermilch und treten versöhnt die Heimfahrt mit der computergesteuerten Monorail über „die Palme“ an, schwierig zu entscheiden, ob man nach rechts zu den Villen der Reichen fotografieren  oder lieber auf der anderen Seite den Blick auf die Tower und Hochhäuser festhalten soll.
 



Zurück im Hotel kommt zum ersten Mal der Badeanzug zum Einsatz. Einmal im Arabischen Golf zu Baden ist Pflicht, aber von Erfrischung keine Spur, Badewannentemperatur! Der Abend klingt aus mit einer netten „Happy Hour“- Runde, einem englischen Ehepaar mit zwei Söhnen und morgen wartet der lange Flug nach Sydney und Darwin auf uns.


 

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